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Die Hammer-Affäre bringt Sun Yang zu Fall

Schwimmen : Die Hammer-Affäre bringt Sun Yang zu Fall

Der dreimalige Olympiasieger darf nach einem Urteil des Sportgerichtshofs CAS acht Jahre keine Schwimm-Wettkämpfe bestreiten.

Hammer-Urteil in der Hammer-Affäre: Wegen seiner mutwillig zerstörten Dopingprobe ist der chinesische Skandal-Schwimmer Sun Yang knallhart bestraft worden. Der Internationale Sportgerichtshof CAS belegte den dreimaligen Olympiasieger am Freitag mit einer Sperre von acht Jahren, die für den 28-Jährigen das Ende der Karriere bedeuten dürfte. Das Enfant Terrible im internationalen Schwimmsport verpasst nicht nur Olympia in Tokio, der Wiederholungstäter geht auch als einer der größten Dopingsünder in die Annalen der Sportart ein.

541 Tage nach der verhängnisvollen Nacht zum 5. September 2018, an deren Ende eine mit dem Hammer zerstörte Blutprobe stand, ist einer der spektakulärsten Dopingfälle der Sportgeschichte mit einem Knall vorerst beendet. Dass der CAS die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) als Höchststrafe geforderten acht Jahre tatsächlich umsetzte, löste in der Schwimmszene großen Jubel aus. „Es freut mich, dass endlich durchgegriffen wurde“, sagte Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock.

Sun reagierte trotzig und kündigte rechtliche Schritte an. „Ich glaube ganz fest an meine Unschuld“, sagte der elfmalige Weltmeister der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua: „Ich werde auf jeden Fall Einspruch einlegen, damit mehr Menschen die Wahrheit erfahren.“

Die Wahrheit – laut CAS liegt sie eher bei den Ausführungen der Wada, die gegen den informellen Freispruch des Schwimm-Weltverbandes Fina vor das CAS gezogen war. Am 5. November 2019 war es deswegen zu einer zehnstündigen öffentlichen Anhörung gekommen.

Im Zentrum des Falls steht eine entscheidende Frage: Hat sich das dreiköpfige Kontrollteam des schwedischen Anti-Doping-Dienstleisters IDTM bei dem unangekündigten Test in Suns Anwesen ausreichend ausweisen können oder nicht? Laut der Anwälte von Sun hätte der Assistent „nur“ seinen Ausweis vorgezeigt. Die CAS-Richter betonten jedoch in ihrem Urteil, das Personal habe über „alle geltenden Anforderungen“ verfügt.

Zweifel wegen der Identität und Autorität der Tester hätte Sun laut CAS-Urteil im Nachhinein schriftlich angeben müssen – doch er griff zur Selbstjustiz. Der 1,97-Meter-Riese hatte damals zwar eine Blutprobe abgegeben, den Behälter aber später von seinem Wachmann mit einem Hammer zerstören lassen. Der Schwimmer selbst hatte laut Fina-Bericht daneben gestanden und mit der Taschenlampenfunktion seines Handys Licht gespendet.

Seine zwei bei der WM 2019 in Südkorea errungenen Goldmedaillen über 200 und 400 Meter darf der Freistilschwimmer laut CAS behalten. Die Sperre tritt erst mit dem Urteil am 28. Februar in Kraft. Die Richter begründeten: Die Fina hätte bis zur endgültigen Klärung eine vorläufige Sperre aussprechen müssen. Das CAS-Urteil ist demnach ein heftiger Denkzettel für die Fina, die den Fall im Januar 2019 als nicht sanktionswürdig eingestuft hatte.