Steuerhinterziehung: Boxer Felix Sturm widerspricht Anklage bei Prozess

Es geht um Geld von Schweizer Agentur : Sturm widerspricht Vorwürfen

Ex-Profiboxer steht in Köln unter anderem wegen Steuerhinterziehung vor Gericht.

Der wegen Steuerhinterziehung angeklagte Ex-Box-Weltmeister Felix Sturm hat einige Vorwürfe aus der Anklage gegen ihn zurückgewiesen. Der 40-Jährige erklärte am zweiten Tag seines Prozesses vor dem Landgericht Köln, dass er seit Herbst 2015 kein Geld mehr von einer Schweizer Sportvermarktungsagentur bekommen habe. Bei der Agentur habe er seit 2009 unter Vertrag gestanden.

Die Staatsanwaltschaft geht hingegen davon aus, dass Sturm noch bis 2017 regelmäßige Einnahmen über die Agentur bezogen habe. Diese soll er gegenüber dem Fiskus verschwiegen haben. Die Anklage wirft Sturm daher besonders schwere Steuerhinterziehung in 16 Fällen vor. Insgesamt soll er über Jahre hinweg rund 5,8 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben.

Zudem steht ein Verstoß gegen das Anti-Doping-Gesetz im Raum, den die Staatsanwaltschaft als Körperverletzung gegenüber Sturms Gegner auslegt. Bei einem Kampf 2016 soll er unter dem Einfluss der verbotenen Substanz Stanozolol gestanden haben. Zwei Proben wiesen den Stoff in seinem Körper nach.

Zum Prozess-Auftakt am Montag hatte sich Sturm zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Am Dienstag berichtete er dann über seinen Werdegang und gab an, derzeit ohne Vermögen zu sein. Zur Sache will er sich nach Angaben seiner Verteidiger in der kommenden Woche noch ausführlicher äußern. In Untersuchungshaft sitzt der Deutsch-Bosnier, dessen eigentlicher Name Adnan Catic lautet, seit April dieses Jahres.

Sturm sagte vor Gericht, dass er seine Zukunft weiter im Boxring sieht. „Boxen, das ist meine Perspektive. Das ist es, was ich am besten kann“, sagte er. Es wäre auch die einzige Möglichkeit, etwaige Steuerschulden zu begleichen.

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