Bogenschützin Unruh visiert in Berlin perfekten Schuss an

Die Finals in Berlin : Unruh visiert in Berlin den perfekten Schuss an

Bogenschützen rücken bei den „Finals“ in den Fokus.

Wenn Lisa Unruh zur Höchstform aufläuft, ist sie die Ruhe selbst. Im mentalen Tunnel fokussiert die Berlinerin das Ziel vor den Augen, ihre Gedanken kreisen nur um eines. „Den Pfeil fliegen lassen, den perfekten Schuss machen“, sagt die bekannteste deutsche Bogenschützin: „Wenn der Pfeil dann in der Zehn steckt, ist das Freude pur.“

Unruhs Pfeile landen oft im Zentrum der Zielscheibe. Die Symbiose aus Konzentration, Koordination und Kraft hat sie wie kaum eine andere deutsche Bogenschützin perfektioniert. Vor drei Jahren räumte sie bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Silber ab, für einen Moment schoss sie sich und ihren gesamten Sport in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit.

Ab diesem Freitag rückt Unruh wieder etwas stärker als gewöhnlich in den Mittelpunkt des Interesses. Bei den deutschen Meisterschaften im Rahmen des Multi-Events „Die Finals“ kämpft die 31-Jährige um Gold. „Ich freue mich sehr darauf. Es ist eine tolle Idee, dass man so viele Sportarten zusammenpackt. Ich hoffe, dass es beim Zuschauer gut ankommt“, sagt Unruh.

Was die Fans zu sehen bekommen werden, ist das Ergebnis harter Arbeit. Im Jahr komme sie ungefähr auf 45 000 Schüsse, rechnet sie vor: „Vielleicht sind es sogar noch ein paar mehr.“ Drei Mal in der Woche betreibt Unruh eine Stunde Krafttraining, ergänzt wird das Trainingsprogramm durch Laufeinheiten, Yoga und tägliche Meditation. „Die gehört bei mir zu meiner Morgenroutine“, sagt sie.

Unruh geht als Titelverteidigerin, Lokalmatadorin und große Favoritin an den Start. Zu ihren Rivalinnen mit dem Recurvebogen zählen vor allem Elena Richter und die WM-Vierte Michelle Kroppen. „Wir sind alle auf einem sehr, sehr guten Niveau. Wir sind alles Final-Säue, können uns unheimlich gut konzentrieren, wenn es darauf ankommt“, sagt Unruh: „Ich denke, dass im letzten Moment ein paar Millimeter entscheiden werden.“

Große Erfolge feierten Unruh und Co. zuletzt auch in der Gemeinschaft. Bei der WM im Juni im niederländischen 's-Hertogenbosch sicherten sich die Frauen die Team-Quotenplätze für die Sommerspiele 2020 in Tokio. Erstmals seit 2004 nimmt damit wieder das Maximum von drei Bogenschützinnen an Olympischen Spielen teil – und Unruh vermutlich mittendrin.