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Länderspiel-Jubilar
Müller nicht in Weißbier-Laune - Löw: Nicht sein Jahr

Bundestrainer Joachim Löw schickt Thomas Müller (l) auf das Feld. Foto: Ina Fassbender
Bundestrainer Joachim Löw schickt Thomas Müller (l) auf das Feld. Foto: Ina Fassbender FOTO: Ina Fassbender
Gelsenkirchen. Thomas Müller war nicht in Weißbier-Laune. Auf die von Joachim Löw ausgelobte Sonderprämie in Form eines bajuwarischen Kaltgetränks wollte der Münchner nach seinem 100. Länderspiel für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft lieber verzichten. Von Arne Richter und Jens Mende, dpa

„Es ist die bittere Pille, die ich schlucken muss. Die Kollegen haben mir gratuliert und der Bundestrainer auch. Ich bin hergekommen, um das Spiel zu gewinnen und das Glücksgefühl des Sieges zu erfahren“, sagte der unzufriedene Jubilar. Am Ende blieben nur die späten Gegentore beim 2:2 gegen Holland haften.


Unter großem Jubel der sonst verhaltenen Deutschland-Fans in der Schalker Arena war Müller beim Stand von 2:0 in der zweiten Halbzeit für Serge Gnabry eingewechselt worden. Die knapp 30 Minuten gegen Oranje waren dann eine Blaupause für sein frustrierendes Länderspieljahr.

Müller mühte sich, doch seine Aktionen wirkten unbeholfen und übermotiviert - und waren letztlich glücklos. An die Power und Geschwindigkeit von Gnabry und dessen Angriffskollegen Leroy Sané und Timo Werner kommt Müller nicht heran. Wo er einen Stammplatz im neuen System von Löw finden soll, ist derzeit nicht abzusehen. Die Hoffnung des Bundestrainers beruht darauf, dass Müller in München kollektiv mit dem FC Bayern aus der 2018-Krise findet.



„Das ganze Jahr war nicht das Jahr des Thomas Müller. Er hatte einfach bei den Bayern nicht diese Form, die man aus vergangenen Jahren von ihm kennt“, sagte Löw. Er wollte dennoch die Lebensleistung seines Langzeit-Gefährten hervorheben.

„Nichtsdestotrotz sind 100 Länderspiele - und die fast in Serie - eine große Leistung. Das verdient absoluten Respekt“, sagte Löw. Müller ist der sechste 2014-Weltmeister nach Miroslav Klose (137), Lukas Podolski (130), Bastian Schweinsteiger (121), Philipp Lahm (113) und Per Mertesacker (104), der die immer noch magische Marke erreicht.

2018 traf Müller im DFB-Trikot nur einmal. Im ersten Länderspiel des Jahres gegen Spanien im März erzielte der 29-Jährige den Ausgleich zum 1:1-Endstand. Danach herrschte Flaute. Schlechter war er nach seinem kometenhaften Aufstieg 2010 nur im Jahr 2012, als kein Tor gelingen wollte, er aber mit sechs Torvorlagen immerhin ein Assist-König war. In diesem Jahr gab er keine einzige Vorlage. Dabei waren WM-Jahre eigentlich immer Müller-Jahre. In Südafrika wurde er nur vier Monate nach seinem DFB-Debüt WM-Torschützenkönig. 2014 traf er in Brasilien beim WM-Triumph wieder fünfmal.

Nun wirkt Müller wie aus der Zeit gefallen. Löw hält an ihm fest, betont die integrative Funktion des Routiniers für das Teambuilding beim Neuaufbau. „Er gibt viel Energie, führt die jungen Spieler und treibt sie an“, sagte Löw. Für gute Stimmung ist Müller immer noch ein Garant.

„Da denkst du, du bist im falschen Film“, beschrieb er die kollektive Enttäuschung nach dem Holland-Spiel. „Das hat die Mannschaft nicht verdient.“ Die Rolle des fröhlichen Motivators hatte zuletzt Lukas Podolski inne, bis er nach der EM 2016 seine DFB-Laufbahn beendete.

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