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Funkstille nach Rücktritt
Löw tritt gegen Özil nach

Bundestrainer Joachim Löw im Gespräch mit Mesut Özil.
Bundestrainer Joachim Löw im Gespräch mit Mesut Özil. FOTO: dpa / Christian Charisius
Joachim Löw hat Mesut Özil für die Art und Weise seines Rücktritts aus der Nationalmannschaft scharf kritisiert. Zudem berichtete der Bundestrainer, dass er bislang vergeblich das Gespräch mit dem Mittelfeldspieler des FC Arsenal gesucht habe.

"Mit seinen Rassismus-Vorwürfen gegen den DFB hat er überzogen", sagte Löw (58) am Mittwoch im Rahmen seiner WM-Analyse in München.


"In meiner Mannschaft gab es nie einen Ansatz einer rassistischen Äußerung. Wir haben uns immer an Werten orientiert", ergänzte Löw. Zudem berichtete er, dass Özil ihn nicht persönlich über seinen Abschied aus der DFB-Elf unterrichtet und er bislang vergeblich das Gespräch mit ihm gesucht habe.

Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff (50) wies "den Rassismus-Vorwurf in der Nationalmannschaft und dem DFB klar zurück". Er betonte aber auch: "Eins ist klar: Ein Nationalspieler kann keine Zielscheibe rassistischer Angriffe sein!" Die Art und Weise von Özils Rücktritt "schmerzt uns alle, ihn ja auch", ergänzte Bierhoff.



Löw wie Bierhoff gaben zu, die Lage nach den Erdogan-Fotos von Özil und Ilkay Gündogan unterschätzt zu haben. "Wir haben die Situation falsch eingeschätzt", sagte Bierhoff. Löw sah die Angelegenheit nach dem gemeinsamen Besuch bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als erledigt an. "Dieses Thema hat Kraft gekostet, war nervenaufreibend, weil es immer wieder da war", sagte Löw, als Ursache für das WM-Aus sei es aber "nicht entscheidend" gewesen.

Von Özils Rücktritt erfuhr er am Tag von dessen Erklärung per Telefon von Özils Berater. Özil (29) selbst habe ihn "bis heute nicht angerufen. Ich habe seit eineinhalb, zwei Wochen mehrfach versucht, ihn zu erreichen - per Telefon und SMS", betonte er.

(old)