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Bei Hallen-EM in Glasgow
Weitspringerin Mihambo will die Sieben-Meter-Marke knacken

 Malaika Mihambo.
Malaika Mihambo. FOTO: dpa / Soeren Stache
Die deutschen Leichtathletinnen haben beim Hallen-ISTAF in Berlin einige Glanzlichter gesetzt. Vor allem Weitspringerin Malaika Mihambo ist vier Wochen vor der Hallen-EM in starker Form.

Ihre tolle Flugshow beim Hallen-ISTAF in Berlin genoss Malaika Mihambo sichtlich, doch die Weitsprung-Europameisterin nahm bereits ihr nächstes Ziel in Angriff: "Ich bin wirklich in guter Form und will meine persönliche Bestweite wieder angreifen."


Diese steht nach ihrem eindrucksvollen Sieg vor 12.100 begeisterten Zuschauern bei 6,99 m - in Hallen-Weltrekordlerin Heike Drechsler (7,37 m) und Helga Radtke (7,09 m) sprangen nur zwei deutsche Athletinnen unter dem Hallendach jemals weiter. Dass ihr nun wie im Freien auch in der Halle ein Zentimeter zur "magischen" Sieben-Meter-Marke fehlt, "stört mich nicht", sagte Mihambo: "Ich bin glücklich mit der Weltjahresbestweite."

Bei der Hallen-EM in Glasgow (1. bis 3. März) geht der Titel wohl nur über sie. Mit ihrer Rolle kann die 24 Jahre alte Olympia-Vierte von der LG Kurpfalz aber gut leben. "Ich fühle mich nicht wie die Gejagte, will weiter attackieren", erklärte Mihambo. Nervenstark ist die 24-Jährige ohnehin. Beim weltweit größten Hallen-Meeting hatte sie sich zunächst zwei Fehlversuche geleistet, stand schon vor dem Aus, ehe sie auftrumpfte. Ihre Serie mit Sprüngen auf 6,94, 6,99 und 6,98 war eindrucksvoll.



Heiße Medaillenanwärterinnen für Glasgow sind auch Pamela Dutkiewicz und Cindy Roleder. Dutkiewicz raste in der Mercedes-Benz Arena über die 60 m Hürden allen davon und siegte in Weltjahresbestzeit (Wattenscheid/7,89 Sekunden), Rivalin Roleder (Halle/Saale/7,91) überzeugte ebenfalls mit Rang zwei.

"Ich war wegen meiner Zeit nicht überrascht. Letzte Woche war ich nur zwei Hundertstel langsamer. Ich wusste, dass ich es erneut schaffe, und ich bin sehr glücklich", sagte Dutkiewicz. Den Grund für ihren Formanstieg kannte die EM-Zweite auch. "Wir haben im Training an meinem Start gearbeitet und meine Technik etwas verändert", verriet die 27-Jährige.

Nicht ganz so zufrieden war Gina Lückenkemper. Deutschlands schnellste Frau ließ mit Platz drei über 60 m ein paar Wünsche offen. "Ich habe mir ein bisschen mehr versprochen, doch ich hatte zu viele technische Fehler drin", sagte Lückenkemper, die neuerdings für den SCC Berlin startet.

Direkt nach dem ISTAF zog Deutschlands Vorzeige-Athletin die Konsequenzen. "Ich werde in diesem Winter keine weiteren Hallen-Meetings bestreiten", sagte sie dem SID und verzichtet damit auch auf die EM. Der Vereinswechsel von Bayer Leverkusen nach Berlin hat der 22-Jährigen zu viel Kraft geraubt. Für das große Ziel in diesem Jahr, die Freiluft-WM Ende September in Doha/Katar, will sich die EM-Zweite nun in Ruhe vorbereiten.

Für ein weiteres Highlight sorgte Diskuswerferin Nadine Müller. Im Rahmen des neu eingeführten Teamwettbewerbs Frauen gegen Männer warf die EM-Zweite aus Halle/Saale mit 63,89 m inoffiziellen Weltrekord. Inoffiziell deshalb, weil es Diskuswerfen in der Halle bei großen Meisterschaften nicht gibt.

"Ich hatte noch nie einen Rekord, deshalb ist es schon etwas Besonderes. Das gibt Aufschwung für die nächsten Aufgaben", sagte Müller.

(old)