| 22:13 Uhr

Start beim Hallen-Istaf
Lückenkemper sprintet am Sieg vorbei

Die frühere Bayer04-Läuferin Gina Lückenkemper ist beim Hallen-Istaf in Berlin Dritte geworden. Richtig zufrieden war sie mit ihrer Leistung nicht. Über den Podestplatz freute sie sich dennoch.

Gina Lückenkemper blickte kurz mit ernster Miene auf die Anzeigetafel, konnte aber schnell wieder lachen: In 7,30 Sekunden sprintete Deutschlands Vorzeige-Athletin beim 6. Hallen-Istaf in Berlin über 60 Meter am Sieg vorbei und wurde Dritte. Doch die sportlichen Erwartungen waren eh nicht so hoch, womöglich war es schon der letzte Hallenstart für die 22-Jährige in dieser Saison.


"Ich habe mir ein bisschen mehr versprochen, doch ich hatte zu viele technische Fehler drin. Es hat nicht sollen sein", sagte Lückenkemper, die neuerdings für den SCC Berlin startet. "Berlin ist meine neue zweite Heimat", rief die deutsche Vorzeige-Athletin den 12.000 jubelnden Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena entgegen.

Beim ersten Hallen-Auftritt der deutschen 100-m-Vizeeuropameisterin in diesem Winter holte sich die Britin Kristal Awuah in persönlicher Bestzeit (7,19) den Sieg. Zweite wurde die Tschechin Klara Seidlova (7,27). Lückenkemper war deutlich über ihrer persönlichen Bestzeit (7,11) geblieben.



Deutschlands schnellste Frau hatte im Vorfeld erklärt, dass sie unbedingt in Berlin starten wolle, da die Hauptstadt für sie eine besondere Bedeutung habe. In Berlin startete 2015 beim Istaf ihre internationale Karriere, hier wurde sie im vergangenen Sommer Vize-Europameisterin und seit einigen Wochen startet sie für den SCC Berlin.

Der Wechsel von Bayer Leverkusen in die Hauptstadt in den vergangenen Monaten war auch der Grund dafür, dass Lückenkemper in der "Off-Season" nicht genug Kraft tanken konnte. "Das hat mir den letzten Nerv geraubt", sagte sie. In Ruhe will sich die Top-Sprinterin nun auf die lange Freiluft-Saison mit der späten WM in Doha/Katar (27. September bis 6. Oktober) als Höhepunkt vorbereiten.

Ausgiebig gefeiert wurde in Berlin auch Pamela Dutkiewicz. Die Vize-Europameisterin aus Wattenscheid sicherte sich im 60-m-Hürdensprint in Jahresweltbestzeit von 7,89 Sekunden den Sieg. Platz zwei ging an ihre Rivalin Cindy Roleder (Halle an der Saale/7,91), Dritte wurde Elvira Herman (7,97) aus Weißrussland. "Es ist super, ich habe hier immer so viel Spaß", sagte Dutkiewicz nach ihrem ersten Sieg beim Hallen-Istaf.

Im 60-m-Sprint der Männer lief der erst 20 Jahre alte Kevin Kranz knapp am Podium vorbei. Der Frankfurter kam über 60 m in 6,61 Sekunden beim Sieg des Briten Reece Prescod (6,53) auf den vierten Rang. Bereits im Vorlauf hatte der 20 Jahre alte Kranz in 6,60 eine deutsche Saisonbestzeit aufgestellt.

Der deutsche Rekordler Julian Reus (Erfurt/6,81) und Lucas Jakubczyk (Berlin/6,95) enttäuschten und verpassten beide das Finale. "Ich habe noch nicht das Toplevel der vergangenen Jahre, natürlich aufgrund der Schulter-Operation im August", sagte Reus.

(rent/sid)