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Skandal beim Landessportverband für das Saarland
Innenminister Bouillon bezeichnet LSVS-Sanierungskonzept als „alternativlos“

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon.
Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Innenminister Klaus Bouillon hat das Sanierungskonzept für den hoch verschuldeten Landessportverband für das Saarland (LSVS) als „alternativlos“ bezeichnet. Von Kai Klankert
Kai Klankert

„Wird das Konzept vom Gesamtvorstand abgelehnt, wird der LSVS abgewickelt“, sagte Bouillon, dessen Ministerium die Rechtsaufsicht hat. Der LSVS mache jeden Tag einen Verlust von 6300 Euro. „Da muss jedem einleuchten, dass das nicht geht“, sagte Bouillon.


Das Präsidium des LSVS hat dem Papier von Sanierer Michael Blank bereits zugestimmt. Als letzte Instanz muss der Gesamtvorstand mit Vertretern aller Sportfachverbände des LSVS am kommenden Donnerstag sein Okay geben. Bouillon appellierte: „Der Vorstand muss sich der Verantwortung bewusst sein.“ Deswegen hat der Minister die Verbands-Vertreter am Dienstagmittag eingeladen, um das Konzept vorzustellen, zu besprechen und um Vertrauen zu werben.



Stimmen die Verbände am Donnerstag dagegen, wird die Landesbank Saar wohl die Patronatserklärung des Landes ziehen, um die Darlehenssumme des LSVS in Höhe von knapp 20 Millionen Euro abzusichern. Das Ministerium werde dann, so Bouillon, einen Staatskommissar berufen, der nur die Aufgabe der Abwicklung des LSVS haben werde. „Wer glaubt, der Staatskommissar käme mit einem Eimer voller Geld, der irrt sich“, sagte Bouillon, zumal das Land aufgrund der anspannten Haushalts-Situation nicht in der Lage wäre, „die Dinge zu regeln“.

Der LSVS hat ein strukturelles Defizit von etwa 2,3 Millionen Euro pro Jahr. 1,5 Millionen sollen durch Kürzungen des Personaletats eingespart werden (nur 77 von 182 bleiben erhalten). Eine Entlastung von 500000 Euro soll durch die Übernahme von Energiekosten durch die Universität des Saarlandes erfolgen. Dafür werde der Etat der Uni angepasst. Einen solchen Vertrag hatte es in der Vergangenheit schon einmal gegeben, der solle wieder in Kraft gesetzt werden, um dem LSVS von Landesseite aus zu helfen. Die Restsumme von etwa 300 000 Euro werde an Sachkosten eingespart.

Darüberhinaus muss der LSVS ein zusätzliches Darlehen von etwa 10 Millionen Euro aufnehmen, um Forderungen zu begleichen - darunter 7,9 Millionen Euro an die Sportplanungskommission (Plako). Diese von der Plako nicht vergebenen Gelder hatte der LSVS genutzt, um eigene Löcher zu stopfen.