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Saarländischer Handball-Nachwuchs steigen in die Bundesliga auf

Aufstieg geschafft : Handball-Mädels schaffen Sprung in die Bundesliga

Die Handball-Spielgemeinschaft DJK Marpingen-SC Alsweiler hat einen großen Erfolg zu feiern. Am vergangenen Samstag und Sonntag gewann die HSG in Hinspiel (32:26) und Rückspiel (33:20) zweimal gegen die TuS Kirn (Rheinland-Pfalz) und schaffte den Sprung ins Juniorinnen-Oberhaus.

Es ist das erste Mal, dass sich eine weibliche Handball-Nachwuchsmannschaft aus dem Saarland für die Bundesliga qualifizieren konnte.

Mit dabei waren auch zwei Spielerinnen aus dem Regionalverband. „Endlich haben wir es geschafft. In den beiden vergangenen Jahren sind wir immer knapp in den Aufstiegsspielen gescheitert“, sagt Torfrau Kim Bettinger aus Püttlingen. Die 16-Jährige war eigentlich Leichtathletin, doch mit elf Jahren nahm sie eine Freundin mit zum Handball. Ab da war es um sie geschehen. „Es war super und hat richtig Spaß gemacht. Ich konnte nicht besonders gut werfen, also bin ich ins Tor gegangen“, sagt Bettinger lachend. Ihr fliegen regelmäßig die Bälle mit hoher Geschwindigkeit um die Ohren, doch die Püttlingerin wirft sich furchtlos in jedes Geschoss. „Wenn du als Handball-Torfrau Angst hast, kannst du gleich aufhören. Da kann es schon mal ein paar richtig harte Treffer geben“, sagt die 16-Jährige.

Harte Treffer bekommt sie im Training auch ab und an von Teamkollegin Sara Jelicic. Die 17-Jährige ist Kreisläuferin, lebt in Völklingen und denkt im Prinzip nur an Handball. „Meine ganze Familie hat Handball gespielt und für mich gibt es eigentlich von morgens bis abends nur Handball“, sagt Sara Jelicic. Sie ist Leistungsträgerin mit großem Temperament, das auch mal gezügelt werden muss. Im Hinspiel am Samstag holte sich die 17-Jährige nach drei Zweimuten-Strafen die rote Karte ab. Zusammen mit den etwa 100 Zuschauern in der Sporthalle in Marpingen musste Sara von der Tribüne aus mitfiebern.

Die Extrapause schien der robusten Völklingerin aber gut getan zu haben. Am Sonntag warf die Kreisläuferin zehn Tore und führte ihr Team zum Aufstieg. Am Sportgymnasium am Rotenbühl in Saarbrücken spielt sie sogar schon morgens Handball. Insgesamt kommt sie auf acht Trainingseinheiten pro Woche.

Bleibt da überhaupt noch Zeit für etwas anderes, wie beispielsweise einen Freund? „Nein, da bleibt nicht mehr viel Zeit. Ein Freund hat sowieso nur eine Chance, wenn er Handball genau so mag wie ich. Ich werde Handball nie aufgeben“, sagt Jelicic.

  Die Püttlingerin Kim Bettinger (16) zeigte vollen Einsatz im Tor.
Die Püttlingerin Kim Bettinger (16) zeigte vollen Einsatz im Tor. Foto: Kim Bettinger

Die HSG Marpingen-Alsweiler hat die größten weiblichen Handballtalente des Saarlandes zusammengezogen und wird sich ab Oktober mit den besten Mannschaften in Deutschland messen. Insgesamt drei Frauenmannschaften und zehn weibliche Nachwuchsmannschaften gibt es hier, die erste Frauenmannschaft spielt in der 3. Bundesliga. Trainer der ersten Frauenmannschaft und der A-Juniorinnen ist der ehemalige Bundesligaspieler des TV Niederwürzbach Jürgen Hartz. „Wir bauen hier seit Jahren ein tolles Projekt im Frauenhandball auf. Der Aufstieg in die Bundesliga war ein wichtiger Schritt. Die Einstellung der Mädels ist enorm. Wir haben in der 3. Bundesliga ein Durchschnittsalter von 21,3 Jahren und sind eines der jüngsten Teams. Es gibt auch in der A-Jugend schon Mädels, die dieses Niveau jetzt schon haben“, erklärt Jürgen Hartz. Auch Kim Bettinger und Sara Jelicic zählen in ihrem Alter zu den besten im Saarland und wollen beide irgendwann auch den Sprung in die Bundesliga der Aktiven schaffen.