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Nationaltorhüter Bitter kämpft in "Höhle der Löwen" um einen Investor

Handball : Bitter liebt die Herausforderungen

Der 37-jährige Handball-Torhüter will unbedingt bei Olympia dabei sein. Und in der „Höhle der Löwen“ kämpft er für sein Start-up-Unternehmen.

Ruhe in der Zwangspause? Von wegen. Langeweile ohne Handball? Auf keinen Fall. Seit Wochen ruht in der Handball-Bundesliga der Ball, doch Johannes Bitter hat momentan richtig viel um die Ohren. „Es geht gerade rund“, sagt der Nationaltorhüter und lacht.

Bitter trainiert fast jeden Tag, er betreut und „beschult“ seine drei Söhne in der Hamburger Heimat – und so ganz nebenbei treibt der Weltmeister von 2007 seine Karriere als Firmengründer voran. „Es endet nicht selten damit, dass die halbe Nacht durchgemacht wird. Es ist aber total spannend, ein eigenes großes Projekt voranzubringen“, sagt Bitter.

Sein eigenes Projekt – das ist sein eigenes Start-up-Unternehmen „drinkbetter“, mit dem er aktuell um Investoren buhlt. An diesem Dienstag ist Bitter auf ungewohntem Terrain im TV zu sehen. In der „Höhle der Löwen“ (20.15 Uhr/VOX) will er mit seinem Partner, dem früheren Hockey-Profi Christian Monzel, die Jury mit dem selbst entwickelten Energie-Getränk überzeugen und dafür Kapital eintreiben.

„Jetzt versuche ich das, was ich im Handball mache, mit ganz viel Leidenschaft, Herzblut und Engagement zu agieren, auch bei meinem Unternehmen einzubringen. Das ist eine ganz neue Situation“, sagt Bitter. Es sei immer sein „großer Wunsch“ gewesen, ein eigenes Unternehmen zu gründen und danach in die Selbstständigkeit zu gehen. Nun steht sein erstes Produkt, ein Functional Drink, der viele Vi­tamine und sekundäre Pflanzenstoffe enthält, vor der Marktreife.

Handball-Fans brauchen sich aber keine Sorgen zu machen, auf ihren „Jogi“ künftig verzichten zu müssen. Spätestens seit der Olympia-Verschiebung ist ein Karriere-Ende beim 2,05-Meter-Mann erst mal vom Tisch. „Natürlich möchte ich noch ein Jahr Handball spielen, und durch die Verschiebung der Olympischen Spiele ist das noch mehr in den Fokus gerückt“, sagt Bitter: „Das ist ein Traum, den ich mir noch erfüllen möchte.“

Bitter gewann ein WM-Finale (2007 in Köln mit Trainer Heiner Brand und an der Seite von Christian Schwarzer), er ist Champions-League-Sieger, er wurde deutscher Meister – doch der Gedanke an die Olympischen Ringe treibt ihn auch mit 37 Jahren noch an. Ursprünglich hätte nach den Spielen in Tokio in diesem Sommer in der Nationalmannschaft Schluss sein sollen, doch seinen großen Traum will sich Bitter von der Corona-Pandemie nicht nehmen lassen.

„Ich habe im letzten halben Jahr viel dafür getan“, sagt Bitter, der nach jahrelanger Abstinenz erst kurz vor der EM im Januar ins deutsche Team zurückgekehrt war – und auf Anhieb zum Leistungsträger avancierte. „Ich glaube, dass ich gezeigt habe, dass ich der Mannschaft noch etwas bringen kann“, sagt Bitter.

Sobald wieder gespielt wird, will der Torhüter vom TVB Stuttgart auch den neuen Bundestrainer Alfred Gislason überzeugen. „Ich weiß, dass ein Jahr eine lange Zeit ist. Aber ich hoffe, dass ich die Chance bekomme, das Qualiturnier zu spielen – und dass ich dann auch mitfahren darf“, sagt Bitter. Er liebt Herausforderungen – ob im Handball oder in der „Höhle der Löwen“.