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HSG Völklingen
Klassenverbleib dank Heimstärke

Von wegen Abstiegskandidat: Die Völklinger sicherten sich am Ende Platz Zehn. Im Bild Niklas Louis beim Spiel gegen die HF Illtal. ⇥Archivfoto: Horst Klos
Von wegen Abstiegskandidat: Die Völklinger sicherten sich am Ende Platz Zehn. Im Bild Niklas Louis beim Spiel gegen die HF Illtal. ⇥Archivfoto: Horst Klos FOTO: Horst Klos (Klosfoto) / Horst Klos_Friedrich-Ebert-Str.2
Völklingen. Die HSG Völklingen geht mit einer großen Portion Selbstbewusstsein in die kommende Saison. Von Jonas Grethel

Handball-Oberligist HSG Völklingen hat sich vor der Saison realistische Ziele gesetzt – nach dem neunten Platz im Vorjahr wollten sie sich langsam in der Liga nach oben arbeiten und peilten vorsichtig den achten Rang an. Jetzt ist die Liga vorbei, Völklingen ist Zehnter – und freut sich über den zweistelligen Tabellenplatz ungewöhnlich deutlich. „Wir haben früh den Klassenverbleib geschafft, hatten in den Spielen kurz vor Ende vielleicht nicht die besten Tage erwischt – aber ich bin mit der Saison sehr zufrieden“, sagt Trainer Berthold Kreuser. Sein Mannschaftsführer Pascal Simon sagt: „Das war eine gute Runde. Im Vergleich sind wir besser als letztes Jahr, und ich finde, dass es wirklich gut gelaufen ist. Wir können mit dem Resultat sehr zufrieden sein.“



Tatsächlich haben die Völklinger einen Punkt mehr als im vergangenen Jahr – und das trotz langfristiger Ausfälle von Leistungsträgern wie den Abwehrspielern Simon und Fabian Wecker. Vor der Saison wurde die HSG wegen des schmerzlichen Abgangs von Torjäger Dorian Vallet schon als einer der möglichen Abstiegskandidaten gehandelt. Dass der Klassenverbleib jetzt schon sechs Spiele vor Saison-Schluss feststand, lag auch an den Toren von Niklas Eberhard, der insgesamt 206 Mal jubelte. „Ich denke, dass aber unsere Heimstärke der Haupt-Faktor dafür war, dass wir in dieser Saison so früh nichts mehr mit dem Abstieg zu tun hatten“, sagt Völklingens Torhüter Markus Weber, mit Eberhard einer der konstantesten Spieler bei den HSGlern: „Auswärts muss man in der Oberliga manchmal 150 Prozent geben, sonst geht da nichts. Aber wir haben von 15 Spielen bei uns zuhause zehn gewonnen – das ist eine starke Leistung.“

Einige der zahlreichen Heimspiele werden den HSG-Anhängern auch noch länger in Erinnerung bleiben. Das 30:26 im Derby gegen Merzig zum Beispiel, aber allen voran das sensationelle 33:27 gegen den späteren Meister und Aufsteiger Kaiserslautern-Dansenberg, für den die Niederlage in der Hermann-Neuberger-Halle eine von nur vier in der kompletten Spielzeit war. „Das war natürlich schon ein kleines Highlight“, erinnert sich Pascal Simon an das erste Heimspiel der Saison: „Jeder hat gedacht, dass es für Dansenberg eine lockere Nummer wird, aber wir haben sie aus der Halle gefegt – wir waren alle motiviert, Kaiserslautern hat uns gelegen.“

Weiter ging es mit einigen deutlichen Niederlagen gegen die oberen Mannschaften der Liga. Woran es bei der HSG oft haperte, war die Konstanz in der zweiten Halbzeit. Mehrfach war die Mannschaft von Berthold Kreuser im ersten Durchgang überlegen, brach nach 30 Minuten jedoch ein und verlor so wertvolle Punkte. „Wir haben aber die Aufgeben-Mentalität aus der vergangenen Saison etwas verloren“, sagt HSG-Trainer: „Natürlich haben wir es nicht in jedem Spiel geschafft, bis zum Ende durchzuhalten, aber es war schon besser als im vergangenen Jahr. Es war auf jeden Fall ein Fortschritt erkennbar.“

Auch das ist ein Grund für Markus Weber, wenn er sagt: „Wir gehen mit einer guten Portion Selbstbewusstsein in die nächste Saison. Die Mannschaft hat sich entwickelt und wir wollen den Weg zusammen weitergehen.“ Dabei wird Trainer Berthold Kreuser neben sechs Neuzugängen, die den Abgang von Torjäger Eberhard zum SV Zweibrücken kompensieren sollen, weiterhin auf junge Spieler wie Laurin Poro und Tom Ihl setzen, die beide in dieser Saison mit 17 Jahren ihr Debüt gegeben haben.



„Wir werden die Verantwortung wieder auf junge Schultern verteilen. Das ist unsere Philosophie, der wir treu bleiben wollen. Ich bin darauf gespannt, was uns im nächsten Jahr erwartet“, kündigt der Übungsleiter an.