Deutsche Nationalteams simulieren in Hannover gegen Kroatien den Ernstfall

Handball : Die deutschen Nationalteams simulieren den Ernstfall

Am Tag des Handballs spielen Männer und Frauen in Hannover gegen Kroatien. Die großen Titelkämpfe stehen praktisch vor der Tür.

Eine ausverkaufte Arena, die Live-Übertragung im frei verfügbaren TV und ein Gegner mit Weltklasse-Format: Die deutschen Handballer simulieren im letzten Länderspiel des Jahres den Ernstfall. Mit einem weiteren Sieg gegen den zweimaligen Olympiasieger Kroatien wollen sich Kapitän Uwe Gensheimer und Co. schon jetzt auf die EM im Januar einstimmen.

„Wir wollen Mentalität und Feuer für das Team entfachen“, sagt Bundestrainer Christian Prokop vor der Partie an diesem Samstag (14.30 Uhr/ARD). Ziel sei es, den Erfolg von Mittwoch (26:25) zu wiederholen. Für die Spieler geht es beim Tag des Handballs vor einem Millionenpublikum in der ARD auch darum, Argumente für ein EM-Ticket zu sammeln. „Emotionalität und Teamgeist stehen bei uns ganz oben“, sagt Prokop: „Packen wir es, alles in die Abwehr zu investieren mit einer starken Torhüter-Leistung dahinter, kommen wir für einen Sieg infrage.“

Und so rücken fast zwangsläufig die Torhüter in den Blickpunkt. Vor allem Dario Quenstedt, der nach dem ersten Spiel gegen Kroatien mit sich haderte, will im Fernduell mit dem nicht nominierten Silvio Heinevetter nachlegen. „Ich war nicht unzufrieden mit ihm, weiß aber auch, dass er sich noch steigern kann“, sagt Prokop und lobt ausdrücklich die „gute Trainingswoche“ von Quenstedt und Stammtorwart Andreas Wolff.

Auch Gensheimer zeigt sich angetan von den Einheiten mit dem Team. Für den Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen dürfte es am Samstag besonders emotional werden, Gensheimer wird 33 Jahre alt. „Es wird die größte Geburtstagsparty, die ich je geschmissen habe“, sagt der DHB-Kapitän mit Blick auf die 9967 Fans in der seit Tagen ausverkauften Arena und schmunzelte: „Ich bin gespannt, ob sich die Zuschauer etwas einfallen lassen.“

Auf lockere Sprüche wartet man bei Henk Groener, Bundestrainer der Frauen, vergeblich. Das wenig überzeugende 21:21 am Mittwoch in Kroatien wirkt noch nach, gut einen Monat vor der WM in Japan befindet sich das Frauen-Team noch auf der Suche nach der Turnierform. „Wir haben gar nicht abgerufen, was wir können“, sagt Groener. Das „Rückspiel“ an diesem Samstag (17.30 Uhr/sportschau.de) wolle er mit seinem Team „in einer ganz anderen Art und Weise für uns entscheiden. Wir wollen ein tolles Erlebnis daraus machen für all diejenigen, die zuschauen.“

Der Tag des Handballs geht am Samstag in seine zweite Auflage als Doppel-Länderkampf mit Spielen der Männer und Frauen. Das neue Format folgte 2017 auf den Supercup, der am Ende kaum noch Zuschauer in die Halle gelockt hatte und 2015 nach 36 Jahren und 19 Austragungen eingestellt wurde. „Drumherum gibt es eine Reihe toller Veranstaltungen, sodass der Tag so ein richtiger Fest- und Feiertag für die Handballer ist“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann. Nicht bloß in der Arena in Hannover lädt der Verband zu Mitmach-Aktionen für Kinder und Familien, am Samstag wird sich deutschlandweit in mehr als 170 Vereinen alles um den Handball-Tag drehen.

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