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Heim-Turnier
100 Tage vor der Handball-WM: Ein neues „Wintermärchen“?

Handball-Bundestrainer Christian Prokop (2.v.l) steht bei der Heim-WM unter Druck. Foto: Hendrik Schmidt
Handball-Bundestrainer Christian Prokop (2.v.l) steht bei der Heim-WM unter Druck. Foto: Hendrik Schmidt FOTO: Hendrik Schmidt
Stuttgart. Die Handball-WM 2019 rückt immer näher. Am Dienstag sind es noch 100 Tage, bis die deutsche Mannschaft mit ihrer Partie gegen Korea das Heim-Turnier in Berlin eröffnet. Vor dem Anwurf am 10. Januar beantwortet die Deutsche Presse-Agentur einige Fragen. Von Nils Bastek, dpa

Wird die Nationalmannschaft in vollen Hallen spielen?


Knapp 300.000 der rund 500.000 für Fans in Deutschland verfügbaren Tickets sind laut DHB-Vorstandschef Mark Schober bisher verkauft. Tickets können pro Spieltag gekauft werden, sodass mitunter bis zu drei Spiele pro Tag gesehen werden können. Gerade für die Vorrundenspieltage mit deutscher Beteiligung in Berlin wurden bisher viele Tickets verkauft, noch stehen aber für alle Partien der DHB-Auswahl Karten zur Verfügung.

Das liegt auch daran, dass einige der teilnehmenden Nationen nur wenige der ihnen zustehenden Tickets für ihre Fans bestellt haben. Das nicht abgerufene Kontingent ging nun in den freien Verkauf. Dadurch gibt es jetzt unter anderem auch wieder wenige Karten für das Eröffnungsspiel der deutschen Mannschaft am 10. Januar gegen das koreanische Team, das aus Süd- und Nordkoreanern besteht.



Wird die WM diesmal im frei empfangbaren TV zu sehen sein?

Es sieht gut aus. Die Sportmarketingagentur Lagardère Sports verhandelt mittlerweile mit interessierten deutschen TV-Sendern über die Vergabe der Übertragungsrechte. Zuvor hatte der Handball-Weltverband IHF den Vertrag mit dem bisherigen Vermarkter MP&Silva aufgelöst, weil dieser in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Welcher TV-Sender hierzulande die Spiele übertragen wird, ist offen. Aber anders als noch bei der WM 2017 oder auch beim Turnier 2015 soll es die deutschen Partien diesmal im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen geben. „Ich gehe davon aus, dass die Rechte möglichst bald vergeben werden“, sagt DHB-Vorstand Schober.

Kann die DHB-Auswahl das „Wintermärchen“ von 2007 wiederholen?

Das wird schwer, weil die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop zuletzt nicht mehr zur Weltspitze zählte. Sowohl die WM 2017 als auch die EM 2018 verliefen mit zwei neunten Plätzen aus sportlicher Sicht enttäuschend. Mit positiven Auftritten zu Beginn des Turniers könnte aber schnell eine Euphorie um die Nationalmannschaft entstehen. Auch das Team von Ex-Coach Heiner Brand war 2007 nicht als Topfavorit in die Heim-WM gestartet. 2019 wird es aber auch auf die Beziehung zwischen Prokop und seinen Spielern ankommen.

Kann Prokop die Mannschaft zum Erfolg führen?

Bei der vergangenen EM in Kroatien hatte es Unstimmigkeiten zwischen dem Bundestrainer und einigen Spielern gegeben. Der 39-Jährige stand anschließend schon nach seinem ersten Turnier vor dem Aus. Letztlich entschied sich eine Mehrheit im DHB-Präsidium aber für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Prokop. Trainer und Spieler haben sich mittlerweile mehrfach ausgesprochen und betonen das gute Verhältnis. Wie stabil diese Beziehung tatsächlich ist, wird sich spätestens während des Turniers zeigen.

Wie bereitet sich die Mannschaft auf das Turnier vor?

Die letzten Pflichtspiele in diesem Jahr stehen für die DHB-Auswahl im Oktober in der EM-Qualifikation gegen Israel (24.10.) und im Kosovo (28.10.) an. Am 12. Dezember folgt ein Länderspiel gegen Polen, ehe ab dem 2. Januar die heiße Phase der WM-Vorbereitung mit einem Lehrgang und zwei letzten WM-Testspielen beginnt.