1. FC Köln steigt nach 4:0 in Fürth wieder in die Bundesliga auf

Geißböcke steigen nach 4:0 in Fürth auf : Der 1. FC Köln ist „widder do“ in der Bundesliga

Nach einer turbulenten Saison feiern die Domstädter letztlich souverän den direkten Wiederaufstieg. Nun müssen die Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Das Kölsch floss in Strömen, aus den Boxen wummerten Ballermann-Hits und Karnevalsmusik, die Sause im Partybus endete für Kölns Bundesliga-Rückkehrer aber früher als geplant. Statt den sechsten Aufstieg ins Fußball-Oberhaus auf der Heimreise im zur Disco umfunktionierten Mannschaftsbus zu feiern, zog es die Profis des 1. FC Köln in eine Szene-Bar in der Nürnberger Altstadt. „Wir fahren zurück, wenn wir ausgeschlafen sind“, kündigte Trainer André Pawlak die spontane Änderung der Partypläne und einen trainingsfreien Dienstag sowie Mittwoch an, ehe seine Spieler in ihren rot-weißen „Widder do!“-Shirts die Nacht zum Tage machten.

Eine turbulente wie seltsame Saison, in der vieles schief gelaufen war, konnte das 4:0 (3:0) am Montagabend bei der SpVgg Greuther Fürth am drittletzten Spieltag und der damit verbundene Gewinn der Zweitliga-Meisterschaft zumindest kurz vergessen machen. „Wir haben unser Ziel erreicht, nicht immer souverän, nicht immer mit Zauberfußball, aber jetzt sind wir überglücklich“, jubelte Mittelfeldspieler Marco Höger.

Im März trat Präsident Werner Spinner nach einem Machtkampf mit Sportchef Armin Veh zurück, Ende April entließ Veh Trainer Markus Anfang trotz Tabellenführung nach vier Spielen ohne Sieg. Nur neun Tage nach dem Rauswurf war der Ex-Coach freilich noch präsent. „Klar, das alte Trainerteam hat einen riesigen Anteil daran. Wir hätten sicherlich auch mit ihnen den Aufstieg gepackt“, sagte Höger.

Den finalen Schritt über die Ziellinie machte aber Interimstrainer Pawlak. „Markus Anfang hat hier einen Riesenjob gemacht bis zu seiner Entlassung. Von daher gebührt ihm sicher ein großer Anteil an dieser Geschichte“, betonte aber auch der 48-Jährige, der als erster Trainer überhaupt in seinem allerersten Spiel gleich den Aufstieg einfuhr.

Ob für ihn in der nächsten Saison auch Spiele als Bundesligatrainer hinzukommen, ist fraglich. Pawlak traut sich die Rolle zu, aber „am Ende ist es nicht meine Entscheidung, was wir machen“, sagte der bisherige U21-Trainer. Nach den verbleibenden beiden Zweitligaspielen werde er sich wie vereinbart mit Veh zusammensetzen: „Alles andere wird man dann sehen.“

Die Liste an prominenten Namen, die rund ums Geißbockheim kursieren, ist lang. Nach Informationen des Express soll sich Veh schon am Freitag mit dem Noch-Gladbach-Trainer Dieter Hecking getroffen haben. Mit André Breitenreiter, Markus Gisdol oder Domenico Tedesco sind weitere arrivierte Trainer auf dem Markt.

Auf wen auch immer Vehs Entscheidung fällt – die Arbeit ist für den Sportchef damit noch lange nicht getan. Während der Angriff um Anthony Modeste, Simon Terodde und Jhon Cordoba zweifelsohne bundesligatauglich ist, war die schwache Defensive um Nationalspieler Jonas Hector aus Auersmacher (41 Gegentore) oftmals schon in der 2. Liga überfordert. Verstärkungen werden dringend benötigt, doch erst muss ausgemistet werden: Stolze 29 Spieler stehen für die neue Spielzeit unter Vertrag.

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