RB Leipzig steht fast sicher im Achtelfinale der Champions League

Fußball : „Arbeitstier“ Demme belohnt sich mit Traumtor

RB Leipzig steht nach dem Sieg in St. Petersburg fast sicher zum ersten Mal in der K.o.-Runde der Champions League.

Das erst zweite Tor seiner Profikarriere hätte Diego Demme auch an der Spielkonsole nicht besser hinbekommen. Der Mittelfeldspieler von RB Leipzig, der demnächst auch für die clubeigene eSport-Abteilung in der Virtuellen Bundesliga um Punkte zockt, nahm den Ball kurz an und haute ihn mit voller Wucht aus 19 Metern ins Tor. „Vom Gefühl her würde ich sagen: Das ist ein geiles Gefühl“, sagte Demme hinterher leicht konfus.

Sein Tor zum 1:0 (45.+5) war für Leipzig der Türöffner beim 2:0 (1:0)-Sieg in der Champions League bei Zenit St. Petersburg, mit dem die Sachsen fast sicher im Achtelfinale stehen. Für ihn persönlich war es ein höchst seltenes Erlebnis. In seinen 205 Pflichtspielen zuvor für RB hatte der 27-Jährige nur einmal vor zweieinhalb Jahren beim 4:0 gegen Freiburg per Kopf getroffen – und dabei einen Schneidezahn verloren.

„Heute ist alles im Gebiss da, und auch sonst ist alles heil geblieben“, sagte Demme. Schon in der Halbzeitpause sei er in der Kabine von ein paar Spielern und Betreuern „in Empfang genommen“ worden, „weil das ja nicht so oft vorkommt“, verriet Demme: „Ich habe auch viele Nachrichten bekommen.“

Auch Trainer Julian Nagelsmann freute sich für den nimmermüden und zweikampfstarken Deutsch-Italiener, der im Juni 2017 sein erstes und bislang einziges Länderspiel im DFB-Trikot bestritten hat. „Es ist schön, dass sich nicht nur unsere Stürmer belohnen, sondern auch die Arbeitstiere. Zu denen zählt Diego“, sagte Nagelsmann.

Dass Marcel Sabitzer zum 2:0 (63.) traf, war dagegen fast schon selbstverständlich. Der Österreicher hat unter Nagelsmann nochmals einen Sprung nach vorne gemacht, vor allem in Sachen Torgefahr. „Es fühlt sich gut an und macht Spaß unter dem Trainer. Das wirkt sich aus“, sagte Sabitzer nach dem achten Pflichtspieltreffer in dieser Saison.

Timo Werner konnte seinen Torhunger dagegen nicht stillen. Nach seinen insgesamt fünf Treffern und fünf Torvorlagen bei den beiden Rekordsiegen in Wolfsburg (6:1 im Pokal) und gegen Mainz (8:0 in der Liga) wurde der muskulär leicht angeschlagene Nationalstürmer erst nach einer Stunde eingewechselt.

Für den verdienten dritten Sieg innerhalb einer Woche reichte es auch so, der Stimmungsumschwung nach dem in vielerlei Hinsicht so enttäuschenden 1:2 beim SC Freiburg ist vollends geglückt. Im Heimspiel in zwei Wochen gegen den portugiesischen Meister Benfica Lissabon reicht RB schon ein Unentschieden, um den erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde der Champions League perfekt zu machen.

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