RB Leipzig plant schon die nächste Attacke auf die Bayern

Fußball : RB Leipzig plant schon die nächste Attacke auf die Bayern

Die Finalpremiere in Berlin wird für den Emporkömmling zum bitteren Abend. Die Vorfreude auf neue Heldentaten treibt die Leipziger aber weiter an.

Nach dem zerstörten Traum vom ersten Titel schmiedet RB Leipzig weiter an einer glorreichen Zukunft und der nächsten Attacke auf den FC Bayern. Angestachelt vom Seelenschmerz des 0:3 im Pokalfinale gegen die Münchner soll eine optimierte Struktur um Macher Ralf Rangnick, einen neuen Sportchef und Trainer-Neuzugang Julian Nagelsmann den Emporkömmling dauerhaft in der Spitze etablieren. Auch eine weitere Offensive für eine Vertragsverlängerung mit dem von den Bayern umworbenen Nationalstürmer Timo Werner kündigte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff noch in den Katakomben des Berliner Olympiastadions an.

„Julian Nagelsmann, Champions League, eine geile Mannschaft, die noch mehr zusammengewachsen ist, ein geiler Club, eine geile Stadt – vielleicht sind das Gründe für Timo Werner zu sagen, das ist hier für mich genau der richtige Verein, um auch den nächsten Entwicklungsschritt zu tun“, warb Mintzlaff, nachdem er den ersten Frust über die am Ende klare Endspiel-Schlappe überwunden hatte. „Wir müssen den Kopf nicht hängen lassen, können stolz auf das sein, was wir geleistet haben“, betonte der 43-Jährige.

„Sehr positiv“ werde die Saison-Analyse der Leipziger ausfallen, beteuerte Mintzlaff – auch wenn die Bilder zunächst etwas anderes zeigten. Rangnick blieb nach seinem letzten Spiel als RB-Cheftrainer minutenlang auf der Bank sitzen, nahm ernüchtert den Handschlag von Niko Kovac entgegen und musste bei der Ehrung des Unterlegenen auch noch die Pfiffe der Münchner Fans ertragen. „Wir hätten das Spiel nicht zu verlieren brauchen“, analysierte Rangnick. Er sah ein „Duell auf Augenhöhe – das macht die Niederlage umso bitterer“.

Die Champions-League-Qualifikation war für den überaus ehrgeizigen Rangnick in diesem Moment kein echter Trost. Auch bei der RB-Finalparty im Berliner Nachtclub Bricks waren viele traurige Gesichter zu sehen. Zu nah war das Ziel, den Branchenprimus aus München erstmals auf der großen Finalbühne zu düpieren. „Klar tut es jetzt weh, aber wir müssen jetzt Kraft sammeln und nächste Saison wieder angreifen“, sagte Spielmacher Emil Forsberg.

Und so jubelte am Ende wieder das Bayern-Imperium – dank größerer individueller Klasse und gnadenloser Effizienz. Eigenschaften, die den Leipzigern zumindest in diesem Finale noch fehlten. „Wenn wir in drei Jahren hier stehen, werde ich immer noch sagen, dass Bayern Lichtjahre entfernt ist. Das betrifft auch Borussia Dortmund“, sagte Mintzlaff, nur um gleich darauf forsch zu verkünden: „Für uns ist relevant, dass wir das hohe Tempo der Entwicklung beibehalten.“

Priorität haben in den kommenden Tagen die Personalien Rangnick und Werner. Nach dem Weggang des sportlichen Leiters Jochen Schneider zum FC Schalke 04 sucht die RB-Führung Ersatz. Zuvor sollen die erweiterten Kompetenzen von Rangnick abgesteckt werden. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden“, sagte Mintzlaff.