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Pokal- und Stadion-Premiere für Göttelborner Frauen

Frauenfußball : Pokal- und Stadion-Premiere für das neue Projekt

Die Frauen des SV Göttelborn spielen im DFB-Pokal am Sonntag in der Elversberger Arena gegen Zweitligist SG 99 Andernach.

„Ihr müsst euch einfach mehr konzentrieren, so geht das nicht“, ruft Pascal Völkle über den Kunstrasenplatz in Göttelborn. Der Co-Trainer der Frauenmannschaft des SV Göttelborn ist sichtlich genervt, beim Aufwärmen läuft beim Regionalliga-Aufsteiger nicht viel zusammen. Eine Kombination aus Lauf- und Passspiel mit mehreren Stationen geht in die Hose.

Cheftrainer Kai Klankert und Völkle unterbrechen das Training und machen eine deutliche Ansage. Im ersten Training in der Woche vor dem ersten Pflichtspiel der Saison ist Sand im Getriebe – und das vor Pressevertretern und Fernsehkameras. Am Sonntag um 14 Uhr trifft der SV Göttelborn in der ersten Runde des DFB-Pokals im Elversberger Stadion an der Kaiserlinde auf den Zweitligsten SG 99 Andernach.

„Der Trainingsauftakt war nicht in Ordnung, aber das darf man auch nicht überbewerten. Wir hatten am Samstag und Sonntag schwere Testspiele, da darf man ruhig auch etwas platt sein“, sagt Klankert, der während des gesamten Trainings Einzelgespräche mit den Spielerinnen führt. Es knistert in Göttelborn. Die Anspannung und die Vorfreude auf den Sonntag sind deutlich spürbar. Auch bei Selina Wagner, die schon zig mal im DFB-Pokal spielte und mit dem VfL Wolfsburg die begehrte Trophäe sogar schon zwei Mal gewann. „Pokalspiele sind immer etwas Besonderes und verlieren nie ihren Reiz, egal wie oft man dabei war. Ich versuche, in dieser Woche vor allem mit Spielerinnen zu reden, die das erste Mal im DFB-Pokal spielen“, sagt die 28-Jährige.

Einige Spielerinnen haben in ihren Zeiten beim 1. FC Saarbrücken bereits im DFB-Pokal gespielt. Für die meisten ist die Erfahrung aber neu – auch für die Trainer. „Alle Spielerinnen sind heiß auf das Spiel. Und das gilt natürlich auch für das Team drumherum“, sagt Klankert.

In der vergangenen Verbandsliga-Saison marschierte der SV Göttelborn ohne Probleme und ohne Niederlage durch die Saison und wurde Meister. Um die Mannschaft nicht zu unterfordern, wurden immer wieder Testspiele gegen männliche Jugend-Mannschaften ausgetragen. Das erste Etappenziel Regionalliga wurde erreicht, zudem gibt es mit der Teilnahme am DFB-Pokal jetzt noch eine zusätzliche Aufmerksamkeit.

Vor einem Jahr hatten der SV Göttelborn und die SV Elversberg ein gemeinsames Frauenfußball-Projekt gestartet, um den Frauenfußball im Saarland voranzutreiben. Die Vereine waren sich einig, dass die Göttelborner Frauenmannschaften unter dem Namen SV Elversberg laufen sollen. Der Saarländische Fußballverband lehnte dies ab. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga bleibt es in der bisherigen Konstellation. Mit dem Austragungsort Kaiserlinde am kommenden Sonntag unterstreicht die SV Elversberg aber, welch hohen Stellenwert der Frauenfußball im Verein hat. Zwar war die Mannschaft schon zu Fototerminen, Werbeaufnahmen und als Besucher bei den Spielen der Profis im Stadion, aber gespielt haben die Frauen auf dem Rasen noch nicht. „Das ist nicht weiter schlimm. Wir sind stolz darauf, dort spielen zu dürfen, und freuen uns, wenn es am Sonntag endlich losgeht“, sagt Selina Wagner.

Auf dem Papier ist der SV Göttelborn gegen Andernach als klassenniedrigerer Verein der Außenseiter, aber: „Wir wollen das Spiel gewinnen, und genauso wollen wir auch auftreten“, sagt Klankert, der sich mit Co-Trainer Völkle im Training am Montag dann doch noch freuen durfte. Nach dem schwachen Aufwärmen zeigten die Mädels in den folgenden Trainingsformen, was wirklich in ihnen steckt.