Norweger Haaland sorgt in Champions League für Furore

Fußball : Besser als Messi und Ronaldo

Der 19 Jahre alte Norweger Erling Haaland von RB Salzburg schreibt Geschichte. Die europäischen Topclubs jagen ihn.

Der Frust war Erling Haaland anzumerken. Dabei hatte der 19 Jahre alte Norweger von RB Salzburg gerade Fußball-Geschichte geschrieben und ganz nebenbei sogar die Superstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo übertrumpft. Doch das interessierte Haaland nach dem 2:3 (1:1) des österreichischen Meisters in der Champions League gegen den SSC Neapel erst einmal nur am Rande. „Es ist enttäuschend. Ich hätte öfters treffen müssen“, sagte Haaland selbstkritisch.

Zwei Tore hatte der von vielen europäischen Topklubs umworbene Jungstar gegen das Team von Carlo Ancelotti erzielt. Es waren in seinem erst dritten Spiel in der Königsklasse bereits die Treffer Nummer fünf und sechs. Damit überbot Haaland nicht nur die 16 Jahre alte Bestmarke von Didier Drogba (5), sondern stellte auch Messi und Ronaldo klar in den Schatten. Ronaldo hatte knapp vier Jahre und 32 Einsätze für seine ersten sechs von inzwischen 127 Treffern in der Champions League benötigt. Bei Messi (113) waren es knapp drei Jahre und 17 Spiele. Und Haaland? Dem genügten 37 Tage, um für den Rekord und für reichlich Furore europaweit zu sorgen.

Haaland überlässt auf seinem Weg nach ganz oben nichts dem Zufall. Beim Schlafen vertraut er etwa auf eine Spezialbrille, „die das Blaulicht vom Fernseher oder vom Handy filtert. Das wirkt sich positiv auf das Schlafhormon Melatonin aus. Ich habe somit einen besseren Schlaf und mein Körper regeneriert besser“, verriet er in einem Interview den Salzburger Nachrichten.

Offenbar hilft es tatsächlich. Der wuchtige Stürmer mit den blonden Haaren führt die aktuelle Torjägerliste der Königsklasse vor Robert Lewandowski von Bayern München (5) sowie Raheem Sterling (Manchester City), Serge Gnabry (FC Bayern), Harry Kane (Tottenham Hotspur) und Mislav Orsic (Dinamo Zagreb/je 4) an. In bisher 13 Saisonspielen für Red Bull Salzburg gelangen ihm insgesamt bereits 20 Treffer – Erling Haaland gilt als eines der größten Versprechen im europäischen Fußball und kommender Superstar.

Haaland sei „ein sehr intelligenter Spieler“, lobte sein Trainer Jesse Marsch. „Ich bin mir sicher, dass Erling ein Top-Stürmer wird. Er erinnert mich mit seiner Spielweise an Romelu Lukaku“, sagte Ole Gunnar Solskjaer, einst Entdecker von Haaland in Norwegen und aktuell Teammanager bei Manchester United.

Längst müssen die Salzburger befürchten, den so erfolgreichen Offensivspieler trotz eines Vertrages bis 2023 nicht mehr lange halten zu können. Vor allem die Premier League ist für Erling Haaland interessant. Schon sein Vater Alf-Inge Haaland spielte als Profi bei Nottingham Forest, Leeds United und Manchester City. „Das Zeug dazu hat er“, betonte auch sein Teamkollege, der ehemalige Bremer-Bundesliga-Profi Zlatko Junuzovic: „Das sieht jeder.“

Und ganz offensichlich auch Pep Guardiola. Er soll zu den größten Interessenten gehören. Dass Haalands Weg zu ihm und damit zu Manchester City führt, scheint angesichts der Familiengeschichte beinahe schon vorbestimmt zu sein. Doch Entdecker Solskjaer kämpft um das Toptalent, um ihn zu sich zu holen – sofern Solskjaer bei ManUnited überhaupt eine Zukunft hat.

Mehr von Saarbrücker Zeitung