Löws Assistent Marcus Sorg steht als Trainer jetzt im Rampenlicht

Assistent übernimmt Nationalmannschaft : Sorg steht jetzt im Rampenlicht

Assistent vertritt Bundestrainer Löw bei Quali-Spielen gegen Weißrussland und Estland.

(sid) Neuer Chef, neuer Ort: Als die deutschen Nationalspieler am Sonntag im Hotel De Bovenste Molen in Venlo eintrudelten, war nichts wie immer. Statt von Bundestrainer Joachim Löw wurden Kapitän Manuel Neuer und Co. von Marcus Sorg empfangen, statt in einer vertrauten Umgebung bereitet sich der viermalige Weltmeister in der niederländischen Grenzstadt auf die EM-Qualifikationsspiele in Weißrussland und gegen Estland vor.

Das Fehlen von Löw, der nach einem Sportunfall mit einer gequetschten Arterie im Krankenhaus liegt, soll aber nicht als Ausrede vor den beiden Pflichtaufgaben dienen. „Ich arbeite Tag für Tag mit ihm zusammen und weiß genau, was er will und braucht, kenne seine Vorstellungen“, sagte Sorg, der in den kommenden Tagen per Telefon in ständigem Austausch mit Löw stehen wird. Im Rampenlicht wird vor den Begegnungen in Borissow (8. Juni) und drei Tage später in Mainz aber Sorg stehen, auch wenn dem 53-Jährigen diese Rolle nicht unbedingt behagt. Er komme aus Baden-Württemberg, sagte der gebürtige Ulmer: „Da sind die Menschen ein wenig reservierter“.

Diese Reserviertheit will er aber spätestens beim ersten Training am Montagmorgen ablegen. Denn die Situation ist für den gelernten Diplom-Ingenieur für Grundlagen- und Bauphysik nicht einfach. Das letzte Pflichtspiel haben die DFB-Stars vor zwei oder drei Wochen bestritten. Ilkay Gündogan beschreibt es als „gewöhnungsbedürftig, erst zwei Wochen Urlaub und dann nochmals zwei Länderspiele zu haben, bevor es in die richtige Sommerpause geht“. Gündogan verbrachte ein paar Tage in Dubai, nun muss er wie der Rest des 22er-Kaders, in dem Torhüter Sven Ulreich den verletzten Bernd Leno ersetzt, den Schalter wieder umlegen. Denn nach dem Auftakterfolg beim Erzrivalen Niederlande (3:2) sollen die Außenseiter nicht zu Stolpersteinen auf dem Weg zur EM 2020 werden.

Für Verwunderung sorgte der Treffpunkt. Berti Vogts hielt die Wahl des Ortes für das Kurz-Trainingslager sogar für „einen Aprilscherz“. Der DFB könne doch nicht Fannähe predigen und dann im Ausland wohnen, schrieb der ehemalige Bundestrainer in seiner Kolumne bei t-online.de und versicherte: „Das hätte es bei mir nicht gegeben.“ Die Bedingungen etwas abseits des Zentrums am Rande eines Naturschutzgebiets sind aber ideal. Trainiert wird auf der Anlage des Erstligisten VVV Venlo.

Die öffentliche Veranstaltung ist ein großes Fanfest auf dem Aachener Tivoli am Mittwoch. In einem Trainingsspiel treten zwei Mannschaften aus dem DFB-Kader gegeneinander an. Der vorübergehende Chef Sorg wird dabei genau hinsehen und Löw berichten.

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