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Leroy Sané steht vor der Rückkehr ins Training bei Manchester City

Nationalspieler vor Rückkehr : Sané ist bald wieder fit – und schon wird spekuliert

Der Angreifer steht vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining bei Manchester City. Was bedeutet das für einen möglichen Wechsel zu Bayern München?

Gedankenverloren schaut Leroy Sané auf sein Handy. Eine Nachricht von Pep Guardiola? Ein verpasster Anruf von Hasan Salihamidzic? Oder einfach nur ein Wetter-Check? Man weiß es nicht. Der Offensivstar postete sein bislang letztes Foto auf Instagram ohne jede Erklärung. Sané hat ohnehin seit Monaten öffentlich nicht mehr gesprochen – auch nicht über seine bevorstehende Rückkehr.

„In den kommenden Wochen“ erwartet Teammanager Guardiola den Nationalspieler im Mannschaftstraining von Manchester City zurück. „Er macht gute Fortschritte mit dem Ball und hat das Gefühl, dass er die Belastungen gut vertragen hat. Sein Knie sieht wirklich gut aus“, sagte Guardiola. Dies sei „eine unglaublich gute Nachricht für ihn und das Team“. Aber was bedeutet das für den angestrebten Wechsel zum FC Bayern München?

Dass Sané nur fünf Monate nach seiner schweren Kreuzbandverletzung im rechten Knie fast schon wieder einsatzfähig ist, dürfte auch die Bayern beschäftigen. Die Tendenz der Clubbosse ging zwar Richtung Sommertransfer, doch die schnelle Genesung könnte vielleicht zu einem Umdenken führen. Zumal sich die Flügelflitzer Kingsley Coman (Kapseleinriss im Knie) und Serge Gnabry (Achillessehne) aktuell mit Problemen herumplagen. „Die Personalsituation ist echt mau“, sagte Trainer Hansi Flick im Trainingslager in Doha. Beim Thema Sané hält sich Flick aber bedeckt. „Er ist noch ein Spieler von Manchester City, deshalb mache ich mir zum jetzigen Zeitpunkt keinen Gedanken über ihn“, sagte er.

Das Wort „noch“ wurde sogleich als Indiz herangezogen, dass sich die Münchner und der Profi längst über eine Zusammenarbeit spätestens ab der Saison 2020/21 einig sind. Dafür spricht auch, dass Sané bislang alle Versuche seines jetzigen Arbeitgebers, den 2021 auslaufenden Vertrag zu verlängern, abgeblockt hat. Und dafür spricht, dass der Scheichclub aus Manchester Probleme mit dem Financial Fairplay (FFP) hat und auf Transfereinnahmen angewiesen ist. Ob schon ein Wintertransfer zustandekommt, hängt vermutlich maßgeblich vom Geld ab. Pochen die Engländer weiter auf eine Transfersumme von 100 Millionen plus X, bleibt Sané noch ein halbes Jahr auf der Insel. Im Sommer dürfte der Preis deutlich fallen.

Bundestrainer Joachim Löw, der Sané als Eckpfeiler fest für die EM (12. Juni bis 12. Juli) eingeplant hat, hofft, dass sein Schützling bis dahin noch viel Spielpraxis erhält. Einen Ratschlag, ob er schon im Winter, erst im Sommer oder überhaupt nicht zu Bayern wechseln soll, will Löw seinem Spieler angeblich nicht geben. Doch für die Bundesliga würde er sich diesen Transfer-Coup wünschen: „Sané würde die Attraktivität der Bundesliga hochhalten.“