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Deutschland trifft in Nations League auf Spanien, Schweiz und Ukraine

Ein schwerer und zwei auf dem Papier leichte Gegner : DFB-Elf erwischt eine machbare Gruppe

Bei der zweiten Auflage der Nations League geht es für die Nationalmannschaft gegen Spanien, die Schweiz und die Ukraine.

Joachim Löw scherzte mit DFB-Präsident Fritz Keller und Oliver Bierhoff, als Luis Figo ihm für die nächste Auflage der Nations League überraschende Glückslose bescherte. Ein Kracher-Duell mit seinem früheren Idealbild Spanien, dazu zwei machbare Aufgaben mit der Schweiz und der Ukraine – Löw hatte gut lachen.

„Es ist gut so, dass es nicht so ist wie bei der letzten Nations League“, sagte der Bundestrainer. Bei der ersten Auflage hatte seine Mannschaft gegen Weltmeister Frankreich und Erzrivale Niederlande das Nachsehen gehabt: „Alle Gegner sind interessant. Ein Nachbarschaftsduell mit der Schweiz, die Ukraine hat sich unter Trainer Andrij Schewtschenko sehr gut entwickelt, Spanien ist nach wie vor auf Topniveau. Wir können uns freuen, das werden interessante Spiele, auch für die Fans.“

100 Tage vor der EM hatte Löw bei der Auslosung der Nationenliga am Dienstagabend in der alten Amsterdamer Börse mit der nächsten Hammergruppe rechnen müssen. Doch Frankreich, am 16. Juni in München erster deutscher EM-Gegner, oder Titelverteidiger Portugal, zweiter Kontrahent bei der EM (20. Juni), blieben der DFB-Auswahl ebenso erspart wie die großen Fußball-Nationen Italien, England oder die Niederlande.

Die Spiele finden im September, Oktober und November statt. Die vier Gruppensieger qualifizieren sich für die Finalrunde, die Gruppenletzten steigen ab. Dieses Schicksal hatte die deutsche Auswahl schon bei der ersten Auflage 2018/19 ereilt. Nach der Aufstockung der Division A durch die Europäische Fußball-Union (Uefa) von zwölf auf 16 Mannschaften blieb die Nationalelf aber erstklassig.

Löw setzt zunächst aber ganz andere Prioritäten – die EM. Der Ausgang des Turniers, in dessen Vorfeld Spanien und die Schweiz als Testspielgegner vorgesehen sind, wird auch über die Zukunft des 60-Jährigen entscheiden.

„Natürlich hat das deutsche Team enorme Fähigkeiten und viel Talent. Unsere Mannschaft muss erst einmal einer schlagen“, sagte EM-Botschafter Philipp Lahm am Dienstag in München, „aber Topfavorit sind wir nicht.“ Das weiß Löw. „Jeder muss in der Gruppe ans Limit gehen, um eine Chance zu haben, weiterzukommen“, sagte er. Und anders als beim WM-Desaster 2018 will er diesmal „sofort in den K.o.-Modus“ schalten. Zumal DFB-Präsident Keller ungeachtet der Vorrundengegner das Halbfinale als Ziel ausgerufen hat.

Als EM-Härtetests dienen die anstehenden Länderspiele in Madrid am 26. März und fünf Tage später gegen Italien in Nürnberg. Die Schweiz ist im Juni Gegner in der Vorbereitung. Gut für Löw: Die Personallage hat sich deutlich entspannt. Leroy Sané ist nach seinem Kreuzbandriss zurück, Niklas Süle nach derselben Verletzung immerhin wieder im Lauftraining. Beide haben die EM fest im Blick. Mitte Mai nominiert Löw sein vorläufiges EM-Aufgebot, seinen endgültigen 23er-Kader wird der Bundestrainer während des Trainingslagers in Seefeld/Tirol bekanntgeben. Damit beschäftigt er sich jetzt schon mehr als mit der Nations League.