Nach Werners Tor-Show träumt RB Leipzig vom Gruppensieg

Fußball : Nach Werners Tor-Show träumt RB Leipzig vom Gruppensieg

Der Nationalspieler erzielt beide Treffer beim 2:1-Auftaktsieg in der Champions League bei Benfica Lissabon. Der Anspruch des Clubs ist gewachsen.

Mit einem entspannten Lächeln kaute Timo Werner an den letzten Bissen der hochverdienten Stärkung, doch hungrig blieb RB Leipzigs Tor-Held trotzdem. Der Doppelpack im ohrenbetäubend lauten Estadio da Luz, der Auftaktsieg in der Champions League bei Benfica Lissabon: Alles nur Appetit-Anreger für den Stürmer, der gleich auf die nächsten Heimspiele in der Königsklasse schielte. Und gar auf einen möglichen Gruppensieg.

„Es war nicht so, dass wir hierherfahren, um dabei zu sein. Wir wollen weiterkommen. Und wir wollen auch als Tabellenerster weiterkommen, wenn es möglich ist“, sagte der 23-Jährige nach dem 2:1 (0:0) beim portugiesischen Rekordmeister. Reine Utopie ist Werners Zielsetzung keinesfalls mehr. Schon gar nicht, wenn Werner zu Hause gegen Olympique Lyon (2. Oktober) und Zenit St. Petersburg (23. Oktober) so zündet wie in der Stadt des Lichts.

Nicht weniger als das hat sich der Nationalspieler vorgenommen. „Wenn wir die gewinnen, und zu Hause können wir gegen jeden Gegner gewinnen, dann sind wir mit einem Bein fast schon im Achtelfinale. Das muss unser Ziel sein“, sagte Werner. Es ist ein Anspruch, der gewachsen ist. In der Saison 2017/2018 war noch nach der Gruppenphase Schluss in der Königsklasse, danach ist in Leipzig einiges passiert. „Der Schlüssel ist, dass wir mehr erfahrene Spieler auf dem Platz haben, die wissen, um was es geht“, sagte Spielmacher Emil Forsberg.

Vielleicht am besten lässt sich die Entwicklung des aktuellen Bundesliga-Tabellenführers eben an Werner festmachen. Ja, ein treffsicherer Angreifer war er schon immer, mittlerweile liefert er aber auch konstant Top-Leistungen ab. Sieben Tore in sechs Pflichtspielen bislang für RB in dieser Saison sprechen eine deutliche Sprache. „Timo ist ein überragender Stürmer“, sagte Forsberg, der auch prompt eine genaue Erklärung für die Stärke seines Teams parat hatte: „Wir spielen geilen Fußball. Natürlich gibt es Dinge, die wir besser machen müssen, aber wir sind in der Entwicklung.“

Gegen Benfica bewies Leipzig im ersten Durchgang, dass es auch unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann kompakt zu stehen weiß. „Es fühlt sich gut an. Wir wollten unbedingt den Auftaktsieg“, sagte Nagelsmann: „Man muss sagen, dass wir am Ende die Momente mehr auf unserer Seite hatten als Benfica.“

Im zweiten Abschnitt, als Werner in der 69. und 78. Minute vollstreckte, zeigte sich in der Tat der neue Offensivgeist à la Nagelsmann. Dass es nach dem 1:2 durch den Ex-Frankfurter Haris Seferovic (84.) noch einmal eng wurde, ist geschenkt. Am Ende reichte es, denn sie haben ja Werner, auch wenn der seine Glanzleistung etwas herunterspielte: „Wir spielen nach vorne, und dann darf am Ende einer die Tore schießen.“

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