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Kwasniok steht mit Paderborn an Tabellenspitze der 2. Liga

Fußball : Kwasniok wiederholt den Saarbrücker Erfolgsweg

Der Trainer steht mit dem SC Paderborn an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Spielweise und Auftritt erinnern an die Vorsaison im Saarland.

Der als „Fußballgott“ verehrte Erfolgstrainer Steffen Baumgart mischt mittlerweile mit dem 1. FC Köln die Bundesliga auf. Kurz nach ihm gingen im Sommer der Abwehrchef, der Spielmacher und der zweitbeste Torschütze – und doch steht der SC Paderborn in der prominent besetzten 2. Liga an der Tabellenspitze.

„Wir sind für einen Spieltag der Gejagte, nicht mehr und auch nicht weniger“, sagt Baumgarts Nachfolger Lukas Kwasniok und bemüht sich, vor dem Spiel gegen den schwach gestarteten Fast-Aufsteiger Holstein Kiel an diesem Samstag (13.30 Uhr/Sky) die gestiegenen Erwartungen zu dämpfen. In der Sport1-Sendung „Doppelpass 2. Liga“ erklärte der ehemalige Saarbrücker Coach zuletzt deutlich forscher: „Wir wollen uns in der oberen Tabellenhälfte festbeißen. Schauen wir mal, ob die Großen uns lassen.“

Die Ostwestfalen fühlen sich pudelwohl in der Rolle des Underdogs. Schon zwei Mal, 2014 und 2019, mischte der SC Paderborn verdächtig lange oben mit, wurde von den namhafteren Clubs nicht so richtig ernst genommen – und stieg letztlich direkt ins Oberhaus auf.

Der 40-jährige Kwasniok weiß, dass seine Mannschaft brennt. Auch wenn in Innenverteidiger Sebastian Schonlau (Hamburger SV), Mittelfeld-Lenker Sebastian Vasiliadis (Arminia Bielefeld) und Offensiv-Waffe Chris Führich (13 Tore in der Vorsaison/VfB Stuttgart) drei absolute Schlüsselspieler gegangen sind, bestechen die Paderborner auch unter dem neuen Coach durch ihre aggressive Spielweise und enorme Geschlossenheit – ähnlich wie es Kwasniok mit dem damaligen Aufsteiger 1. FC Saarbrücken in der Vorsaison in der 3. Liga getan hat.

Drei Mal schon, darunter beim 4:1 bei Werder Bremen, übertölpelte Paderborn den Gegner früh im Spiel und lag bereits vor dem Seitenwechsel vorentscheidend 3:0 in Führung. Fast zwangsläufig wird Kwasniok in Ostwestfalen mit seinem Vorgänger Baumgart verglichen. Der Zweitliga-Novize will zwar seinen „eigenen Weg“ gehen, erinnert aber auch mit der folgenden Aussage ziemlich an Baumgart: „Bei mir sind Spieler nie tot. Man kann sich immer in die Mannschaft zurückarbeiten. Das ist meine Art zu führen.“

Kwasnioks Vorbilder sind aber andere. Der Deutsch-Pole schätzt Pep Guardiola für seine Akribie, Jürgen Klopp für seine Emotionen, Diego Simeone für seine Leidenschaft und die Art, das eigene Tor zu verteidigen. Am allermeisten aber verehrt er Marcelo Bielsa: „Weil er unkonventionell ist.“ Für ihn selbst gilt das auch. Und er hat auch Erfolg. Jetzt nicht mehr in Saarbrücken, dafür mit Paderborn in der 2. Liga.