Klinsmann überrascht mit Lob für Katar, 3:3 im Legendenspiel gegen Italien

Erstaunen über Äußerungen des Ex-Bundestrainers : Klinsmann überrascht mit Lob für Katar

Ex-Bundestrainer äußert sich überraschend positiv zur WM 2022. Erstes „Legendenspiel“ kommt gut an.

Der ehemalige Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat mit sonderbar positiven Aussagen über den WM-2022-Gastgeber Katar für Erstaunen gesorgt. Er erwarte eine „WM der Extraklasse“, sagte er am Rande des Legendenspiels in Fürth gegen Italien. „Ich kann es wirklich kaum erwarten, das wird ein wundervolles Erlebnis.“

Er sei der Überzeugung, dass es sich „die gesamte Region dort nicht nehmen lassen will, der Welt zu zeigen, was sie draufhat“, sagte der 55-Jährige. Die am vergangenen Sonntag zu Ende gegangene Leichtathletik-WM in Doha hatte zu heftiger internationaler Kritik unter anderem aufgrund der Strapazen für die Athleten durch die große Hitze und das mangelnde Zuschauerinteresse geführt. Beim Bau der WM-Stadien in Katar hatte es immer wieder Vorwürfe über Menschenrechtsverletzungen bezüglich der Arbeiter auf den Baustellen gegeben.

Der 55-jährige Klinsmann hatte am Montagabend beim 3.3 in Fürth das All-Star-Team angeführt. Und das Remis machte vielen deutsche Ex-Nationalspielern Lust regelmäßige Partien gegen Altherrenteams aus anderen Nationen. „Wir könnten jetzt alle Spieler fragen, die möchten so etwas unbedingt wieder machen. Das war eine tolle Aktion“, sagte Klinsmann. „Das Spiel gegen die Azzurri Legends schreit nach einer Fortsetzung.“

In dem „Legendenspiel“ vor 6527 Zuschauern standen drei deutsche und 13 italienische Weltmeister auf dem Feld, dazu fungierten die früheren Champions Berti Vogts und Andreas Brehme beim DFB-Team sowie Antonio Cabrini bei den Italienern als Trainer. Horst Eckel als einziger noch lebender 54er-Weltmeister war als Zuschauer dabei. Der frühere Stürmer sowie Philipp Wollscheid und Fabio Cannavaro mit einem Eigentor sorgten für die Treffer der Gastgeber. Bei Italien waren Luca Toni, Francesco Totti und Damiano Tommasi erfolgreich.

Einzig personell hat das deutsche Team noch Verbesserungspotenzial: Während nämlich die Italiener mit 24 Akteuren anreisten und zur zweiten Halbzeit komplett durchwechseln konnten, standen dem DFB-Team nur 17 Spieler zur Verfügung. Einige Akteure wurde mehrmals ein- und ausgewechselt, Wollscheid musste durchspielen. „Ich hoffe, dass das nächste Mal noch mehr kommen“, sagte Gerald Asamoah. „Dann könnten wir noch besser dagegenhalten“, ergänzte Ulf Kirsten und meinte: „Aber es hat Spaß gemacht. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.“