WM im Frauenfußball: Deutsche Frauen schlagen Spanien mit 1:0

Frauenfußball-WM : Däbritz schießt Deutschland zum zweiten Sieg

DFB-Frauen schlagen bei der WM Spanien wie schon zuvor China mit 1:0. Schwächen in der Abwehr, dann Steigerung nach der Pause.

Die Tor-Grätsche von Sara Däbritz hat die deutschen Fußballerinnen dem ersten Etappenziel bei der „Tour de France“ ganz nahe gebracht. Ohne die schmerzlich vermisste Spielmacherin Dzsenifer Marozsan aus Saarbrücken gewann die DFB-Elf am Mittwoch ihr zweites WM-Spiel etwas glücklich mit 1:0 (1:0) gegen Spanien. Der Achtelfinal-Einzug ist dem zweimaligen Weltmeister nach zwei Siegen kaum noch zu nehmen.

Im letzten Gruppenspiel am Montag um 18 Uhr in Montpellier (ARD) gegen den WM-Neuling Südafrika reicht dem Olympiasieger ein Punkt zum Gruppensieg. Damit würde die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wahrscheinlich ein Achtelfinale gegen den Titelverteidiger und Topfavoriten aus den USA vermeiden.

„Wir sind sehr glücklich über die drei Punkte. Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir sind schwer ins Spiel gekommen“, sagte Offensivspielerin Svenja Huth: „Wir hatten Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Dann wurden wir besser und haben uns reingekämpft.“

Däbritz (42.) traf mit ihrem Tackling-Treffer aus kurzer Distanz für die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die im Vergleich zum mühsamen Auftaktsieg gegen China (1:0) drei Veränderungen vorgenommen hatte. Die erst 17 Jahre alte Lena Oberdorf, Lena Goeßling und Verena Schweers liefen von Beginn an auf.

Spielmacherin Marozsan hatte im Spiel gegen die ruppigen Chinesinnen einen Bruch der linken Mittelzehe erlitten. Die 27-Jährige vom Champions-League-Gewinner Olympique Lyon kann in der Gruppenphase nicht mehr spielen – es droht sogar das Turnier-Aus.

Vor 20 761 Zuschauern in Valenciennes spielten die Deutschen zunächst ohne klassische Nummer 10. Die Last des Spielaufbaus sollte auf mehrere Schultern verteilt werden. Der Rekord-Europameister kam allerdings nicht gut in die Partie. Die Spanierinnen bestimmten das Geschehen. Die deutsche Defensive offenbarte große Schwächen, Nahikari García hätte in der 14. Minute die Führung für die Mannschaft von Trainer Jorge Vilda erzielen müssen. Nur zwei Minuten später vergab Silvia Meseguer für Spanien. Die starke Torhüterin Almuth Schult musste mehrfach retten, sie strahlte Ruhe und Sicherheit aus. Nach vorne brachte das verunsichert wirkende DFB-Team, dem in allen Mannschaftsteilen die Abstimmung fehlte, so gut wie nichts zustande.

Erst Mitte der ersten Hälfte wurden die Deutschen etwas besser. Mehr als ein paar gute Ansätze im Offensivspiel über die rechte Seite waren allerdings nicht zu sehen, für echte Chancen reichte es nicht. Insgesamt blieben die Spanierinnen das klar bessere Team. Die deutsche Führung fiel mehr oder weniger aus dem Nichts. Däbritz grätschte den Ball nach einem abgewehrten Kopfball von Spielführerin Alexandra Popp über die Torlinie. Däbritz sprach danach von einem „Willenssieg“ und ergänzte: „Unser Ziel war es, Erster zu werden. Und mit dem Sieg gegen Spanien sind wir auf einem guten Weg.“

Zu Beginn der zweiten Hälfte vergab Popp per Kopf die Chance auf das zweite Tor (50.). Vor allem die Einwechslung der erst 18 Jahre alten Klara Bühl für Kathrin Hendrich belebte das deutsche Spiel. Die Deutschen spielten nun deutlich besser und vergaben in den letzten Minuten noch mehrere gute Chancen zum 2:0.

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