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Voss-Tecklenburg wählt Kader für WM, Lena Lattwein aus Hüttigweiler hofft

Nominierung für den WM-Kader der deutschen Fußballfrauen : Kniffliges Kaderpuzzle vor der „Tour de France“

Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg gibt ihr Aufgebot für die WM bekannt. Ist auch die Saarländerin Lena Lattwein dabei?

Der Griff zum Telefon wird Martina Voss-Tecklenburg nicht leicht fallen. Vor der öffentlichen Bekanntgabe ihres WM-Kaders an diesem Dienstag (13 Uhr) im Commerzbank-Tower in Frankfurt muss die Fußball-Bundestrainerin einigen Spielerinnen schlechte Nachrichten überbringen. Nur 23 Auserwählte finden Platz im Aufgebot für die Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli), ein Quintett wird zusätzlich als möglicher Ersatz für den finalen Lehrgang in Grassau inklusive Generalprobe am 30. Mai in Regensburg gegen Chile nominiert. Seit Jahresbeginn hat die neue Bundestrainerin für das Kaderpuzzle gecastet, nun fällt die Entscheidung.

Akute Sorgen bereitet Nationaltorhüterin Almuth Schult, die mit Schulterproblemen zu kämpfen hat. Untersuchungen sollen in dieser Woche Klarheit über die Schwere der Verletzung bringen. „Noch sind wir zuversichtlich“, sagte die 28-Jährige vom Double-Gewinner VfL Wolfsburg vergangene Woche.

Als Nummer zwei hinter Schult hat sich Merle Frohms etabliert, allerdings hat die Freiburgerin erst vier Länderspiele vorzuweisen. Um die Position dahinter kämpfen Lisa Schmitz (Turbine Potsdam), Carina Schlüter (SC Sand) und nach einem überstandenen Kreuzbandriss Laura Benkarth (Bayern München).

Schon nach den Tests in Schweden (2:1) und gegen Japan (2:2) im April hatte Voss-Tecklenburg das Grundgerüst von 18, 19 Spielerinnen im Kopf. Bei den restlichen Kandidatinnen „werden am Ende viele Komponenten eine Rolle spielen“, sagte sie. Die 51-Jährige legt großen Wert auf Positionsflexibilität, achtet aber auch immens auf Charaktereigenschaften.Sie verfüge über „unterschiedliche Typen“ und „spannende Persönlichkeiten“. Für designierte Ergänzungsspielerinnen stelle sich zudem die Frage: „Kann ich mit dieser Rolle umgehen, bleibe ich positiv?“

Das könnte Youngstern wie Lena Oberdorf (17) und Klara Bühl (18) leichter fallen als gestandenen Spielerinnen. Die erfahrenste Akteurin, Verteidigerin Babett Peter (118 Länderspiele), hatte aufgrund dieser Perspektive kürzlich ihren Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt gegeben.

Jung und ebenfalls in der Verlosung ist auch die Saarländerin Lena Lattwein. Die Mittelfeldstrategin des Bundesliga-Sechsten TSG Hoffenheim feierte am 2. Mai ihren 19. Geburtstag. Lattwein bestritt bisher vier Länderspiele, die Hüttigweilerin blickt auf eine beeindruckende Statistik in der Bundesliga zurück. Sie stand in allen 22 Saisonspielen der Kraichgauerinnen von Beginn an auf dem Platz, wurde nur dreimal ausgewechselt und erzielte fünf Tore.

Es sind knifflige Fragen, mit denen sich die neue Chefin auseinandersetzen muss. Fixpunkte ihres Teams sind natürlich die Kapitäninnen Alexandra Popp und Svenja Huth, zudem die Saarbrückerin Dzsenifer Marozsan mit ihrer „besonderen fußballerischen Qualität“. In der Zentrale sind zudem „Melanie Leupolz und Sara Däbritz in der Lage, unser Spiel zu bestimmen“, so Voss-Tecklenburg.

Der Countdown für die auch logistisch herausfordernde Tour de France läuft. Am 3. Juni reist der Rekordeuropameister nach Frankreich, wo in der Gruppe B China (8. Juni/Rennes), Spanien (12. Juni/Valenciennes) und Neuling Südafrika (17. Juni/Montpellier) warten.