Frauenfußball-WM in Frankreich: Weltmeister USA trifft auf England

Frauenfußball-WM in Frankreich : Das Halbfinale als Durchgangsstation

Weltmeister USA trifft bei der Frauenfußball-WM in Lyon auf England – und ist als Titelverteidiger klarer Favorit.

Die Antwort hatte nur drei Worte. „Consider it done“, schrieb Megan Rapinoe bei Twitter – was frei übersetzt bedeutet: „Machen Sie einen Haken dahinter – wir kommen.“ Die US-Fußballerinnen um ihre Wortführerin Rapinoe, die an diesem Dienstag im WM-Halbfinale in Lyon auf England treffen (21 Uhr/DAZN und ZDFsport.de), werden sich nach der Endrunde also doch in der Heimat feiern lassen. Allerdings nicht von ihrem verschmähten Präsidenten Donald Trump im Weißen Haus, sondern von den Volksvertretern im Repräsentantenhaus.

Eingeladen wurden die Titelverteidigerinnen von der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez, die sich in den Staaten als aufstrebender Politikstar und Trump-Kritikerin einen Namen gemacht hat. „Das ist vielleicht nicht das Weiße Haus, aber wir würden uns freuen, Megan Rapinoe und das US-Team für eine Tour durch das Repräsentantenhaus zu begrüßen, wann immer sie wollen“, hatte die erst 29 Jahre alte „AOC“ getwittert.

Damit schrieb Ocasio-Cortez das nächste Kapitel in der offenbar endlosen Geschichte um Trump und seinen Zoff mit den US-Girls. Angefangen hatte alles mit der Ankündigung Rapinoes, wonach sie im Falle des WM-Triumphs „garantiert nicht in das f***ing Weiße Haus“ kommen werde. Trump ließ sich die Vorlage zur Eskalation nicht nehmen und griff die 33-Jährige heftig an. Doch mittlerweile scheint der Präsident, der sich bei Twitter nach seinem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un wieder einmal selbst für die „Erfolge“ in seiner Amtszeit feiert, im Streit mit der Aktivistin gegen Rassismus, Homophobie und Geschlechterdiskriminierung auf verlorenem Posten zu stehen.

Nicht nur der bisherige Erfolg der Mannschaft um Olympiasiegerin und Weltmeisterin Rapinoe spricht gegen Trump. Zahlreiche Stars aus allen Sparten nutzen das WM-Rampenlicht, um das Aufbegehren der Fußballerinnen gegen den 73-Jährigen zu unterstützen. Für Aufsehen sorgte unter anderem ein Video von Oprah Winfrey, in der die TV-Ikone im US-Trikot das Team feiert und betont, „wie stolz“ sie auf die Spielerinnen ist.

Das kann Winfrey auch hinsichtlich des sportlichen Erfolgs sein. Durch den Sieg im Viertelfinale gegen Frankreich (2:1), bei dem Rapinoe („Du kannst kein Turnier ohne Homosexuelle gewinnen“) ihre WM-Tore Nummer vier und fünf erzielte, schaffte es der Rekord-Weltmeister bei der achten Endrunde zum achten Mal ins Halbfinale. Nicht zuletzt deswegen sind die USA gegen England favorisiert.

Immerhin konnten die „Lionesses“ vor der Partie auch mit Stars punkten. Männer-Idol David Beckham schaute im Teamquartier des EM-Gastgebers von 2021 vorbei und verbreitete beim Abendessen gute Laune. Beckhams Kumpel Phil Neville konzentrierte sich derweil auf seinen Matchplan. „Die USA haben kaum Schwachstellen. Aber wenn meine Spielerinnen ihre Topform zeigen, können wir gewinnen“, sagte der Teammanager: „Das sind die Tage, auf die ich mich vorbereitet habe. Das sind die Tage, auf die ich hingearbeitet habe, seit ich den Job übernommen habe.“

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