Vorfreude in Mönchengladbach und Frankfurt, wenig los in Wolfsburg

Europa League : Vorfreude in Gladbach und Frankfurt, wenig los in Wolfsburg

Die drei deutschen Vertreter in der Europa Leauge starten an diesem Donnerstag alle mit Heimspielen in die Gruppenphase.

Das Warten hat ein Ende. Nach zweieinhalb Jahren Abstinenz fiebert Borussia Mönchengladbach wieder Europapokal-Abenden entgegen. „Ich habe so große Lust auf die Europa League“, bekräftigte Weltmeister Christoph Kramer seine „unfassbare“ Freude vor dem ersten Europa-League-Gruppenspiel an diesem Donnerstag gegen den Wolfsberger AC aus Österreich (21 Uhr/Nitro und DAZN).

Zum Start scheint der erste Heimsieg vor eigenem Publikum Pflicht, um in der Gruppe mit AS Rom und Istanbul Basaksehir nicht früh unter Druck zu geraten. „Gemeinsam mit uns sind die Römer Favorit auf den Gruppensieg“, befand Gladbachs bislang starker österreichischer Neuzugang Stefan Lainer vor dem Duell gegen seine Landsleute, die erstmals den Einzug in die Gruppenphase schafften. Rechtzeitig zum Start scheint die Borussia mit dem neuen Stil von Neu-Trainer Marco Rose immer besser zurechtzukommen. Der 1:0-Derbysieg am Samstag beim 1. FC Köln soll in vielerlei Hinsicht ein Aha-Effekt für die Borussen gewesen sein.

Rose fühlt sich sicher genug, um im Hinblick auf die nun startenden englischen Wochen mit der Rotation anzufangen. „Es beginnt jetzt eine neue Zeitrechnung“, frohlockte Ur-Borusse Patrick Hermann. Der Uchtelfanger könnte wie Edeltechniker Raffael im Angriff den Kraftprotzen Marcus Thuram oder Breel Embolo zu einer Pause für ihr kraftintensives Spiel verhelfen.

Intensiv wird sicher das Duell von Eintracht Frankfurt mit dem FC Arsenal (18.55 Uhr/DAZN). „Es gibt nichts Schöneres“, schwärmte Adi Hütter, der Trainer von Eintracht Frankfurt, „als gegen den Favoriten der Gruppe zu beginnen“. Trotzdem soll ein Sieg her – und wo könnte das besser gelingen als in der ausverkauften Arena, in der auf der europäischen Bühne seit 15 Spielen kein Team mehr gewonnen hat? „Das ist eine Art Burg“, sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann: „Die muss Arsenal erst mal knacken.“

Verstecken, so viel ist sicher, werden (und müssen) sich die Hessen trotz ihrer vermeintlichen Rolle als Außenseiter also nicht, auch wenn Mittelfeldmotor Sebastian Rode auszufallen droht. Nach dem beschwerlichen Weg über drei Qualifikationsrunden in die Gruppenphase ist die Vorfreude auf neue Festtage gigantisch. 47 000 Zuschauer werden wieder ordentlich Radau machen, die Spieler wieder mit einer elektrisierenden Choreographie empfangen.

Von Europapokal-Euphorie ist beim dritten deutschen Europa-League-Starter VfL Wolfsburg dagegen wenig zu verspüren. Mit gerade einmal 10 000 Fans rechnet der VfL, wenn der Klub nach 1255 Tagen seine Rückkehr auf die internationale Bühne feiert. „Nur 10 000? Für unser Heim- oder das Auswärtsspiel?“, fragte Verteidiger Jérôme Roussillon ungläubig, als er von der Zuschauer-Prognose gegen den ukrainischen Außenseiter PFK Olexandrija erfuhr: „Vergangene Saison wollten alle, dass wir die Europa League erreichen. Jetzt sind wir drin. Wir brauchen unsere Fans.“

Die Europa League taugt in der Autostadt nicht als Zugpferd. Selbst die Drittliga-Heimspiele im 39 Kilometer entfernten Braunschweig sind mit über 20 000 Zuschauern deutlich besser besucht. Doch der Verein nimmt die Situation mit Humor. „Auch wenn das Stadion nicht voll sein wird, ihr habt die Chance dazu. Im Gegensatz zum letzten internationalen Auftritt der Wölfe, darf wieder alkoholisches Bier ausgeschenkt werden. Prost!“, postete der VfL am Mittwoch auf Twitter.

Top-Torjäger Wout Weghorst träumt von einer ähnlichen Erfolgsstory wie die der Frankfurter Eintracht, die im Vorjahr bis ins Halbfinale vorstieß. „Wir wollen etwas Großes erreichen“, sagte Weghorst: „Bei allem Respekt vor den Gegnern: Aber wir müssen zeigen, dass wir das draufhaben.“ Trainer Oliver Glasner sagte: „Wir wollen die Fans mit ins Boot holen, damit wir tolle Europacup-Abende erleben.“

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