Eintracht Frankfurt in Europa-League-Qualifikation noch ohne Kevin Trapp

Europa League : Noch ohne Trapp ins Fürstentum

Eintracht Frankfurt muss in Europa-League-Qualifikation in Liechtenstein ran. Die Rückkehr des saarländischen Torhüters ist perfekt.

Kaum einer aus der Entourage von Eintracht Frankfurt kennt vor der nächsten Europapokal-Station Umgebung und Gegner so gut wie Adi Hütter. Der Cheftrainer von Eintracht Frankfurt stammt schließlich aus Hohenems in Vorarlberg. Von hier aus ist es nur eine stramme Fahrradtour auf dem Rheindamm Richtung Bodensee bis nach Liechtenstein. Direkt am Ufer des an dieser Stelle noch naturbelassenen Flusses liegt das für nur 6127 Zuschauer zugelassene Rheinpark Stadion, wo der FC Vaduz sein Heimspiel in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation gegen den hessischen Bundesligisten (Donnerstag 20.30 Uhr/RTL Nitro) bestreitet. „Ich hoffe, dass ich dort ein paar Freunde treffen werde“, sagt Hütter. „Ich kenne das Team aus meiner Zeit in der Schweiz sehr gut.“

Der 49-Jährige hat einst mit den Young Boys Bern in vier Anläufen nicht einmal im Fürstentum gewinnen können, dessen Vorzeigeklub dem Schweizerischen Fußballverband angegliedert ist und bis 2017 sogar in der Super League, der höchsten Spielklasse der Eidgenossen, beheimatet war. Auf ein Erfolgserlebnis hofft auch Felix Wiedwald, der sich wohl vorerst letztmals als Eintracht-Torhüter zeigen darf. Denn als neue Nummer eins kehrt die alte zurück, auch wenn er die Dienstreise nach Vaduz nicht mitmachte: der Saarländer Kevin Trapp unterschrieb nach bestandenem Medizincheck am Mittwoch einen Fünfjahresvertrag. „Kevin ist in Frankfurt ein Held“, lobt Hütter. "Ich habe bereits im Frühjahr betont, dass ich mich sehr wohl fühle bei der Eintracht“, sagte Trapp, „die Zeit in Paris war für mich sehr spannend, erfolgreich und eine tolle Erfahrung. Jetzt komme ich voll und ganz nach Hause.“

Dem Vernehmen nach sieben Millionen Euro Ablöse und mehr als vier Millionen Jahresgehalt ist dem Europa-League-Halbfinalisten die Rückholaktion des beliebten 29-Jährigen wert. Um ihn zu bekommen, hatte Sportvorstand Fredi Bobic wochenlang mit Paris St. Germain gepokert. Letztlich positionierte sich Trapp bei seinem deutschen Trainer Thomas Tuchel klar für einen Wechsel nach Frankfurt. Der von Bundestrainer Joachim Löw für seine Sachlichkeit geschätzte Keeper hat sich in der Nationalmannschaft als dritter Tormann hinter Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen etabliert.

Mit Trapp ist nun eine Troika im Adlerhorst wiedervereint, die in der Vorsaison als Leihspieler zu Leistungsträgern aufstieg. Auch Sebastian Rode (Borussia Dortmund) und Martin Hinteregger (FC Augsburg) hatten Fünfjahresverträge unterzeichnet. Als Pflöcke einer auf Langfristigkeit ausgelegten Personalpolitik, die ihren Preis hat. Inzwischen belaufen sich die Transferausgaben auf 60 Millionen Euro. Aber nach den Abgängen von Luka Jovic (für 60 Millionen Euro Ablöse zu Real Madrid) und Sebastien Haller (für geschätzte 50 Millionen zu West Ham United) liegen genug Mittel bereit.

Nachdem sich die Eintracht früh Djibril Sow (für zehn Millionen von Young Boys Bern), Dominik Kohr (für neun Millionen von Bayer Leverkusen), Dejan Joveljic (für vier Millionen von Roter Stern Belgrad) und Weltmeister Erik Durm (ablösefrei von Huddersfield Town) leistete, brauchte es zuletzt Geduld, das Puzzle zu vervollständigen. Nun spielt das Risiko mit, dass die Quali für die Europa League beim laufenden Kaderumbau gelingen muss. „Wir wollen die Gruppenphase der Europa League erreichen, dann eine stabile Bundesligasaison spielen und von da aus angreifen“, sagt Bobic.

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