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Fußball: Die 3. Liga startet in die Saison, das sind die Favoriten

3. Liga startet in die Saison : „Eine Heimat für Fußballromantiker“

In der 3. Fußball-Liga kämpfen viele große Clubs um den Aufstieg. Vom DFB gibt es jetzt einen neuen Leitsatz.

Jede Menge Traditionsclubs wie der TSV 1860 München, 1. FC Kaiserslautern und 1. FC Magdeburg. 15 ehemalige Erstligisten. Dazu die zweite Mannschaft des FC Bayern München. „Die geilste 3. Liga aller Zeiten“ – so heißt es in einem Video des DFB vor dem Saisonstart an diesem Freitag. Im Hinterhof des großen Profifußballs hoffen die Verantwortlichen auf einen Zuschauerrekord. Viele der 20 Drittligisten müssen wie jedes Jahr mächtig um ihren Etat, manche – wie zuletzt der FCK – sogar ums wirtschaftliche Überleben kämpfen.

In der vergangenen Spielzeit kamen erstmals über drei Millionen Besucher, durchschnittlich waren es 8132 pro Spiel. „Ich erwarte, dass sich diese Kurve weiter nach oben entwickeln wird“, sagte DFB-Direktorin Heike Ullrich bei einer Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bundes am Donnerstag in Frankfurt.

Mit einem neuen Markenauftritt wirbt der Verband für die 3. Liga, in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Fans wurden Slogans erarbeitet wie: „Ist Profifußball zum Anfassen. Ist nicht perfekt, aber perfekt für wahre Fans.“ So heißt es auf Plakaten und bei Internetauftritten – und: „Ist eine Heimat für Fußball-Romantiker. Zum Anfassen, nicht zum Kuscheln.“

Eintracht Braunschweigs Sportdirektor Peter Vollmann, zugleich Rekordtrainer der 3. Liga mit 237 Spielen für Hansa Rostock, Wehen Wiesbaden und den VfR Aalen, räumte ein: „Ich glaube, dass wir deutlich Luft nach oben haben, was das Spielerische angeht. Es ist eine Zweikampf-Liga.“

Die Etats der 20 Clubs liegen nach seiner Einschätzung zwischen zwei und acht Millionen Euro – „die acht Millionen haben die wenigsten“. Die Drittligisten kassieren durchschnittlich 1,28 Millionen Euro jährlich aus der TV-Vermarktung des DFB und damit über zehn Millionen Euro weniger als die Zweitliga-Clubs. Deshalb leben viele nach dem Abstieg auf Pump und gehen ein hohes finanzielles Risiko, um schnell wieder in die 2. Liga zu kommen.

„Man tritt natürlich gegen die 1. und 2. Liga an. Viele regionale Unternehmer haben nicht die wirtschaftliche Kraft, Millionen reinzugeben“, erklärte Vollmann. „Man muss viel mehr potenzielle Partner auf das Plakat bringen.“ Zudem würde so mancher Traditionsclub Schulden mit sich herumtragen. Vollmann wünscht sich zum Beispiel, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) als Dachorganisation der beiden höchsten Spielklassen es auch mal finanziell belohnt, wenn ein Spieler aus der 3. Liga den Sprung ganz nach oben schafft: „Der Wunsch nach mehr Geld ist natürlich da.“

Die Saison eröffnen an diesem Freitag (19 Uhr/Magenta Sport) vor vollem Haus mit den Münchner „Löwen“ und Preußen Münster zwei Gründungsmitglieder der Bundesliga. Auch die Aufsteiger sind attraktiv: Waldhof Mannheim, die Bayern-Reserve, Viktoria Köln und der Chemnitzer FC. „Die Leute träumen natürlich wieder vom großen Fußball. 16 Jahre waren wir nicht im bezahlten Fußball“, sagte Waldhof-Trainer Bernhard Trares. „Wir haben eine brutale Energie. Die wollen wir nutzen, um da gut reinzukommen.“

Der Favoritenkreis ist breit gestreut und reicht vom FC Ingolstadt und Eintracht Braunschweig über den MSV Duisburg und 1. FC Magdeburg bis hin zum KFC Uerdingen mit Ex-Weltmeister Kevin Großkreutz. Duisburgs Cheftrainer Torsten Lieberknecht rechnet mit „sicherlich zehn Teams, die das Zeug dazu haben, ganz oben dabei zu sein“.

Unter den Trainern gilt Braunschweig als Top-Favorit. Dies ergab eine DFB-Umfrage vor der zwölften Saison. Zwölf der 20 Trainer trauen den Niedersachsen, die in der vergangenen Spielzeit nur knapp dem Abstieg entgangen waren, einen Spitzenplatz zu.