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1. FC Kaiserslautern und SV Waldhof Mannheim spielen im Derby 1:1

Spannung im Derby der 3. Liga : FCK hadert mit Remis im Derby

1. FC Kaiserslautern kassiert beim SV Waldhof Mannheim den späten Ausgleich zum 1:1. Konzept der Polizei geht auf.

Das Drittliga-Derby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern bot auf dem Rasen und den Rängen viel – nur kein zufriedenstellendes Ergebnis für die Roten Teufel. Auch nach dem 1:1 (0:0) am Samstag warten die Pfälzer weiter auf den ersten Sieg im Jahr 2020. Die Polizei hingegen zog eine insgesamt positive Bilanz nach dem Hochrisikospiel.

Ein erster Vorgeschmack auf die hitzige Stimmung im mit 23 157 Zuschauern ausverkauften Carl-Benz-Stadion bot sich den Lauterern schon auf der Hinfahrt, als ein Wurfgeschoss eine äußere Scheibe des Mannschaftsbusses zerstörte. Verletzt wurde dabei niemand. „In dem Moment haben wir uns gesagt: Jetzt erst recht. Wir haben uns heute aber mehr gewünscht – gerade nach der 1:0-Führung“, sagte Kapitän Carlo Sickinger.

Abgesehen von diesem Vorfall ging das Konzept der rund 1000 Polizeibeamten in Mannheim auf, die strikte Fantrennung blieb gewährleistet. Wegen des mehrfachen Zündens von Pyrotechnik verzögerte sich jedoch der Anpfiff der zweiten Halbzeit um einige Minuten. Auch zu Beginn der ersten Halbzeit war Pyrotechnik gezündet worden. Zudem konnten die Einsatzkräfte nach Spielende die Versuche von beiden Fanlagern, das Spielfeld zu stürmen, erfolgreich unterbinden.

Sportlich war der FCK lange die tonangebende Mannschaft, doch das große Manko der vergangenen Wochen machte auch diesmal einen erfolgreichen Ausgang zunichte: die Chancenverwertung. Der eingewechselte Großrosseler Hendrick Zuck versetzte die rund mitgereisten 4000 FCK-Fans mit dem 1:0-Führungstreffer dann doch noch in Ekstase (73. Minute). Marco Schuster sorgte mit dem Ausgleich (87.) jedoch für das Ende der Lauterer Hoffnungen auf einen Derbysieg. Während der Wille und der kämpferische Einsatz auf beiden Seiten stimmte, blieben spielerische Elemente im Derby auf der Strecke.

„Wir hätten den Sieg verdient gehabt“, befand Trainer Boris Schommers: „Es ist das vierte Unentschieden, das sich anfühlt wie zwei verlorene Punkte.“ Für den FCK hätte es das versöhnliche Ende einer wieder einmal unruhigen Woche sein können, stattdessen warten die Pfälzer seit nun acht Pflichtspielen auf einen Sieg. Nach dem überraschenden 1:0-Sieg von Abstiegskandidat Viktoria Köln am Sonntag beim FC Ingolstadt beträgt der Abstand der Roten Teufel auf einen Abstiegsplatz nur noch zwei Punkte. Die Mannheimer verpassten zwar den zumindest vorübergehenden Sprung an die Tabellenspitze, sie bauten ihre Serie aber aus und sind seit zwölf Spielen ungeschlagen.

Großkampftag für die Polizei: Nach Spielende versuchten Fans beider Lager, das Spielfeld zu stürmen. Die Beamten unterbanden dies. Foto: dpa/Michael Deines
Eine Scheibe des Lauterer Mannschaftsbusses wurde bei der Anfahrt zum Stadion durch ein Wurfgeschoss stark beschädigt. Foto: dpa/Michael Deines

Nach den Unruhen der vergangenen Tage rund um die Freistellung von Vereinsikone Gerry Ehrmann sorgten die FCK-Akteure mit der durchgehend couragierten Leistung wieder für Freude beim Anhang. Doch die Punkteausbeute muss schnellstmöglich verbessert werden, sonst droht dem Tabellen-13., bis zum Saisonende im Abstiegskampf zu stecken. „Wir werden sehen, was uns der Punkt bringt. Aber für das Selbstvertrauen ist er gut. In so einer Atmosphäre zu bestehen, macht auch Mut“, erklärte Torwart Lennart Grill.