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1. FC Kaiserslautern: Investor Flavio Becca stellt Bedingungen

Investor Flavio Becca stellt Bedingungen : 1. FC Kaiserslautern rutscht tiefer in die Krise

Die Lage beim verschuldeten 1. FC Kaiserslautern wird immer kritischer: Der Einstieg von Investor Becca hängt offenbar an Bedingungen, die Frist des DFB zur Erteilung der Lizenz rückt näher.

Die Rettung des finanziell angeschlagenen 1. FC Kaiserslautern entwickelt sich immer mehr zu einem Drahtseilakt. Ohne die Unterstützung des Investors Flavio Becca droht dem Fußball-Drittligisten die Verweigerung der Lizenz für die kommende Saison. Doch nach übereinstimmenden Berichten von „Kicker“ und SWR macht der Luxemburger seinen Einstieg von brisanten Forderungen abhängig. Demnach sei eine Bedingung, dass der Vertrag von Sport-Geschäftsführer Martin Bader verlängert werde, berichteten beide Medien am Donnerstagabend.

Zum anderen solle Beiratsmitglied Michael Littig bis kommenden Montag zurücktreten. Ansonsten verfalle das Angebot. Becca biete dem Traditionsclub demnach im Gegenzug ein Darlehen in Höhe von 2,6 Millionen Euro an.

In der Mitteilung der Lauterer war von den möglicherweise brisanten Forderungen Beccas jedoch keine Rede: „Der Beirat und der Vorstand begrüßen diese Pläne über eine langfristig und nachhaltig angelegte Kooperation und sehen in der Zusammenarbeit mit Flavio Becca eine große Chance für den 1. FC Kaiserslautern, sowohl was die kurzfristige Absicherung der Lizenz, als auch was die zukünftige Entwicklung des FCK betrifft“, hieß es da. Der Beirat beauftrage daher die Geschäftsführer Michael Klatt und Martin Bader damit, die Verhandlungen weiter zu führen und zeitnah Details einer langfristig angelegten Partnerschaft zu erarbeiten.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur steht jedoch die Erteilung des Auftrags für weitere Verhandlungen mit dem Immobilienkaufmann Becca auf wackeligen Beinen. Zum einen war die Zusammenkunft des fünfköpfigen Beirats, der zuletzt immer wieder durch interne Streitigkeiten aufgefallen ist, am Donnerstag keine offizielle Sitzung und der Rat somit nicht beschlussfähig. Und auch die Rolle des Beiratsvorsitzenden Patrick Banf bietet weiteren Zündstoff. Denn der 53-Jährige ist gemeinsam mit den Geschäftsführern Klatt und Bader federführend in den Verhandlungen mit Becca, erteilte sich als Beiratsmitglied somit selbst das Mandat für die Fortführung der Gespräche.

Dass in den Verhandlungen mit Becca zunächst nur über ein Darlehen gesprochen wurde und der Luxemburger nicht der erhoffte Eigenkapitalgeber ist, bedeutet den nächsten Rückschlag für den bereits hoch verschuldeten Fritz-Walter-Club. Die Verbindlichkeiten der Pfälzer belaufen sich inzwischen auf über 20 Millionen Euro. Seit der Ausgliederung der Profiabteilung im September 2018 sucht der FCK vergeblich nach einem Investor.

In der „Rheinpfalz“ betonte Klatt zuletzt, mit den Geldern Beccas wäre die Lizenz gesichert. Kommt der Deal also nicht bis zum 28. Mai zustande, dem Stichtag für den Nachweis der noch fehlenden Gelder in Millionenhöhe beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), droht der viermalige deutsche Meister in der sportlichen Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Trotz der kritischen Lage spitzen sich die internen Unruhen auf dem Betzenberg beinahe täglich weiter zu. Am vergangenen Sonntag plante eine Mehrheit im Beirat bereits Sportchef Bader abzusetzen, doch das Vorhaben war aufgrund der Vereinsstatuten nicht zeitnah umzusetzen. Laut Bader-Befürworter Banf würde dies zudem die Zukunft des Vereins gefährden. Denn zwei Finanzdienstleister hätten die dem FCK zugesagte Unterstützung auch an die Personalie Bader gebunden - so wie nun offenbar auch Becca.

Dieser ist im internationalen Sport kein Unbekannter. 2011 gründete er mit großem Aufsehen das luxemburgische Radteam Leopard, das Andy Schleck zum Tour-de-France-Sieg führen sollte. Das Projekt hatte aber keinen durchschlagenen Erfolg, nur ein Jahr später folgte bereits die Fusion mit dem amerikanischen RadioShack-Team. Zudem ist Becca bereits als Investor beim luxemburgischen Europa-League Teilnehmer F91 Düdelingen aktiv.

(dpa)