1. Sport
  2. Fußball

Dortmunder Zuversicht im Titelkampf wird „jeden Tag größer“

Fußball : Dortmunder Zuversicht wird „jeden Tag größer“

Die Borussia will das Saisonfinale in der Bundesliga genießen und die Bayern im Fernduell früh unter Druck setzen.

Kleine Chance, große Zuversicht – bei Borussia Dortmund wächst der Glaube an ein Meister-Wunder. Selbst der eigentlich als Skeptiker bekannte Vereinsboss Hans-Joachim Watzke schlägt vor dem finalen Titel-Fernduell mit dem FC Bayern forsche Töne an. „Meine Hoffnung wird jeden Tag größer. Ich habe das Gefühl, dass wir vor großen Dingen stehen“, sagt der Geschäftsführer des BVB vor dem Spiel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Mönchengladbach. Im Fall eines Happy Ends will er es beim geplanten Auto-Korso mächtig krachen lassen: „Wenn wir Meister werden, können wir 24 Stunden fahren.“

Trotz des Zwei-Punkte-Rückstands auf den FC Bayern, der zeitgleich sein Heimspiel gegen Frankfurt verlieren muss, sprechen sich alle Dortmunder vor dem spannendsten Saisonfinale seit zehn Jahren Mut zu. „Ich glaube, dass die Möglichkeit auch nicht so klein ist, wie der ein oder andere glaubt“, meint Watzke. En passant erinnert er an den Showdown der Saison 1999/2000, als Leverkusen mit einer 0:2-Niederlage bei der SpVgg Unterhaching noch den Titel an den FC Bayern verlor: „Ich finde die Situation eigentlich ganz cool.“

Das übliche psychologische Vorgeplänkel soll dazu beitragen, den Druck auf die Münchner zu erhöhen und der zuletzt verunsicherten eigenen Mannschaft zu mehr Leichtigkeit zu verhelfen. Sportdirektor Michael Zorc empfiehlt den Profis, das Finale furioso zu genießen: „Wir freuen uns alle riesig auf das Spiel und sind ein bisschen stolz, dass wir dabei sind. Die Anspannung wird am Samstag steigen – das sind schöne Momente.“

Hinweise auf die ungünstige Ausgangslage für den BVB lassen den im Titelkampf erprobten ehemaligen Profi kalt: „Das ist keine mathematische Kalkulation. Da geht es auch um Dynamiken, die entstehen. Wenn wir in Führung gehen würden, könnte das etwas auslösen.“

Zur Freude von Lucien Favre kehrt Kapitän Marco Reus nach zwei Spielen Sperre in den Kader zurück. „Mit Dortmund als Dortmunder Junge das Ding irgendwann einmal hochzuhalten, das wäre brutal schön, gigantisch“, sagt Reus. Dagegen bleibt offen, ob Favre wieder mit Roman Bürki planen kann. Der Stammtorhüter hatte aufgrund muskulärer Probleme bis zur Wochenmitte nur individuell trainiert und brach am Donnerstag die Einheit ab. Dennoch hat Favre einen Einsatz Bürkis noch nicht abgeschrieben. Dagegen wird Abwehrspieler Abdou Diallo wohl fehlen.

Zur Einstimmung auf den Showdown könnte Favre seinen Profis Bilder von 1995 zeigen. Schließlich gelang es dem BVB damals, als einer von fünf Clubs in der 56-jährigen Bundesliga-Geschichte an einem letzten Spieltag von Platz zwei auf eins zu springen. Schützenhilfe leistete damals der FC Bayern, der Spitzenreiter Bremen besiegte. Diesmal hofft Zorc auf Schützenhilfe der Hessen. Die scherzhaft gemeinte Frage, ob der Eintracht als Prämie schon ein Kasten Bier zugedacht sei, beantwortet der schmunzelnde Zorc mit dem Hinweis auf die noch mögliche Champions-League-Qualifikation für die Frankfurter: „Ein Kasten Bier als Motivations-Grundlage wäre nicht ausreichend. Außerdem trinken die doch lieber Äppelwoi.“