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Die Hertha-DNA bringt Covic den Cheftrainer-Posten ein

Fußball : Das Verständnis für die DNA der Hertha ist der Schlüssel

Ante Covic, in der Saison 2001/2002 für den 1. FC Saarbrücken in der 2. Liga aktiv, wird in der kommenden Runde Cheftrainer in Berlin.

Stallgeruch statt prominenter Name: Hertha BSC setzt erneut auf eine interne Lösung für den Posten des Cheftrainers und befördert Ex-Profi Ante Covic zum Nachfolger von Pal Dardai. Der 43 Jahre alte bisherige Coach der U23 wird zur kommenden Saison das Profiteam übernehmen – eine Überraschung war das längst nicht mehr. Covic hat insgesamt 247 Pflichtspiele für die „Alte Dame“ bestritten.

„Wir hatten von Anfang an gesagt, dass wir einen Trainer wollen, der die Hertha-DNA behütet. Ante Covic versteht diese DNA mehr als jeder andere Kandidat“, sagt Manager Preetz. „Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Hertha BSC ist für mich nie ein gewöhnlicher Arbeitgeber gewesen“, versichert Covic mit ähnlicher Wortwahl wie Dardai, der bei seiner Vorstellung von „blau-weißem Blut“ gesprochen hatte.

Wie schon bei dem Ungarn im Februar 2015 wählt Hertha einen jungen Trainer aus den eigenen Reihen. Anders als sein Vorgänger, der schon die ungarische Nationalmannschaft trainiert hatte, fehlt Covic aber komplett die Erfahrung im Profibereich. Bei der Trainersuche seit der angekündigten Rückstufung Dardais Mitte April waren öffentlich auch Namen wie David Wagner oder Jürgen Klinsmann gehandelt worden.

„Nach intensiver Prüfung verschiedenster Kandidaten haben wir uns für ein Trainer-Eigengewächs entschieden. Ante besitzt unbestrittene fachliche Kompetenz und verkörpert große Hertha-Leidenschaft. Wir sind uns sicher, dass er mit seinem Feuer und seiner Begeisterung auch die Mannschaft anstecken wird“, sagt Manager Preetz. Zum Trainingsauftakt am 1. Juli wird Hertha Covic offiziell vorstellen.

Covic soll nach der Stabilisierung – Dardai hat Hertha stets von der Abstiegszone ferngehalten – nun für einen neuen Entwicklungsschritt sorgen. Da sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kaum verändern werden, gilt das als anspruchsvolle Aufgabe. Siebter, Sechster, Zehnter und derzeit wieder Zehnter, dazu einmal die Qualifikation für die Europa League lautet die sportliche Bilanz der Dardai-Ära.

Der gebürtige Berliner Covic, der in der Saison 2001/2002 insgesamt 20 Partien (zwei Tore) für den damaligen Zweitligisten 1. FC Saarbrücken bestritten hat, spielte von 1996 bis 2000 und dann wieder von 2003 an für die Hertha und trainiert seit fünfeinhalb Jahren die zweite Mannschaft. Dabei betreut der gebürtige Berliner als Karrierecoach auch junge Spieler an der Schnittstelle von der U17 bis zum Profibereich. „Er kennt gerade unsere jungen Spieler, hat sie geformt, gefördert, aufgebaut und vorbereitet auf das Profi-Geschäft“, sagt Preetz.

Neuer Co-Trainer wird Mirko Dickhaut, der einst für Frankfurt und Bochum spielte. Covic und Dickhaut hatten zusammen das VfL-Trikot getragen und 2013 gemeinsam die Fußballlehrer-Ausbildung absolviert. Torwarttrainer ist weiter Zsolt Petry.

Nach der Trennung der Berliner von Michael Skibbe im Februar 2012 saß Covic schon einmal für eine Partie mit René Tretschok verantwortlich auf der Trainerbank. Als Assistent von Otto Rehhagel erlebte er anschließend den Absturz in die 2. Liga durch das Scheitern in der Relegation an Fortuna Düsseldorf mit. Covic soll bereits bei der Verpflichtung von Dardai im Februar 2015 ein Kandidat gewesen sein.

Mannschaft und Fans wollen nun Dardai, dem Preetz „ausdrücklich für seine Verdienste als Cheftrainer“ dankte, einen stimmungsvollen Abgang bereiten. „Ein Heimsieg wäre die beste Art und Weise, um unserem Trainer Goodbye zu sagen“, meint Routinier Salomon Kalou mit Blick auf die letzte Partie in dieser Spielzeit am kommenden Samstag gegen Bayer Leverkusen.