Die Ära Uli Hoeneß beim FC Bayern im Zeitraffer

Fußball-Bundesliga : Fehde mit Daum, Gefängnis und ganz viel Erfolg

Die Ära Uli Hoeneß beim FC Bayern im Zeitraffer.

1. Mai 1979: Uli Hoeneß übernimmt bei Bayern München den Posten als Manager von Robert Schwan. Der Verein hatte 20 Mitarbeiter, zwölf Millionen D-Mark Umsatz, sieben Millionen Mark Schulden und nicht einmal 7000 Mitglieder.

17. Februar 1982: Hoeneß fliegt von München nach Hannover zu einem Länderspiel. Die Maschine vom Typ Piper Seneca stürzt auf einem Acker bei Hannover ab. Ein Förster entdeckt das Wrack und den schwerverletzten Hoeneß, der als einziger Passagier das Unglück überlebt. „Ich rede nicht gerne darüber. Es war der Tag, an dem drei andere Menschen starben, Freunde, gute Bekannte. Vom Unfall selber habe ich nichts mitgekriegt. Ich schlief – auf dem Sitz hinten rechts. Purer Zufall. Auf keinem anderen Platz hätte ich überlebt.“

16. Mai 1983: In der Amtszeit von Hoeneß kommt es zur ersten Trainerentlassung: Pal Csernai muss gehen. Doch den Anstoß gibt der damalige Anführer Paul Breitner. Fünf Jahre Csernai seien genug, verkündete Breitner.

1. Juli 1984: Hoeneß verkauft den damaligen Weltklasse-Stürmer Karl-Heinz Rummenigge für rund zwölf Millionen Mark zu Inter Mailand. Die Bayern sind durch den Transfer schuldenfrei. Für Hoeneß ist dies ein „ganz wichtiger Meilenstein“ für den wirtschaftlichen Aufstieg.

20. Mai 1989: Die Feindschaft zwischen Hoeneß und Christoph Daum nimmt ihren Anfang. Daum beleidigt den damaligen Bayern-Coach Jupp Heynckes, Hoeneß übernimmt bei einem legendären Sportstudio-Auftritt die Rolle des Verteidigers. Hoeneß zu Daum: „Du hast über Jupp Heynckes gesagt, er könne Werbung für Schlaftabletten machen.“ Daum: „Richtig.“ Hoeneß: „Du hast gesagt, die Wetterkarte sei interessanter als ein Gespräch mit Jupp Heynckes.“ Daum: „Richtig. Dazu stehe ich auch.“ Hoeneß: „Am nächsten Donnerstag ist dein Weg zu Ende.“ Die Bayern schlagen Köln 3:1 und werden Meister.

8. Oktober 1991: Hoeneß entlässt seinen Kumpel Heynckes als Trainer. Später nennt er dies „die größte Fehlentscheidung“ seiner Karriere. „Wir haben geheult wie die Schlosshunde, aber das hat unserer Freundschaft nicht geschadet.“

20. Oktober 2000: Christoph Daum soll Bundestrainer werden. Hoeneß spricht über einen „verschnupften“ Daum und deutet damit dessen Kokain-Konsum an. Daum gibt freiwillig eine Haarprobe ab und wird überführt. „Wenn Christoph Daum nicht so bescheuert gewesen wäre, eine Haarprobe zu machen, hätte ich dieses Spiel nie gewinnen können“, sagt Hoeneß im Rückblick.

14. Februar 2002: Die Fußball-Abteilung des FC Bayern München e.V. wird in die FC Bayern München AG ausgegliedert. Das Grundkapital der AG beträgt 25 Millionen Euro und wird zu 90 Prozent vom Verein und zu zehn Prozent von Adidas gehalten. Der Sportartikelhersteller bezahlt dafür rund 77 Millionen Euro.

30. Mai 2005: Die 340 Millionen Euro teure Allianz Arena wird eingeweiht. Inzwischen ist der FC Bayern alleiniger Besitzer des Stadions. Den Kredit zahlte der FC Bayern bereits vor fünf Jahren ab.

27. November 2009: Hoeneß gibt nach 30 Jahren sein Amt als Manager an Christian Nerlinger ab und wird Präsident und Aufsichtsratschef. Er löst Franz Beckenbauer ab.

Januar 2013: Hoeneß spekuliert im großen Stil an der Börse mittels eines geheimen Kontos in der Schweiz. Er zeigt sich beim Finanzamt selbst an.

25. Mai 2013: Der FC Bayern wird unter Heynckes Champions-League-Sieger und holt erstmals in der Vereinsgeschichte das historische Triple.

13. März 2014: Uli Hoeneß wird „wegen sieben tatmehrheitlicher Fälle der Steuerhinterziehung“ zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

14. März 2014: Hoeneß verzichtet auf Revision. Zudem legt er seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender von Bayern München mit sofortiger Wirkung nieder.

2. Mai 2014: Hoeneß ist noch nicht im Gefängnis, da kündigt er bei einer emotionalen Rede auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung an: „Das war’s noch nicht!“

2. Juni 2014: 81 Tage nach der Urteilsverkündung tritt Hoeneß in der JVA Landsberg/Lech seine Haftstrafe an. Seine Steuerschuld in Höhe von fast 50 Millionen Euro (inkl. Strafe und Zinsen) hat er beglichen.

29. Februar 2016: Nach 637 Tagen Gefängnis ist Hoeneß ein freier Mann.

25. November 2016: Uli Hoeneß wird bei der Jahreshauptversammlung der Bayern mit überwältigender Mehrheit erneut ins Amt des Präsidenten gewählt.

29. August 2019: Hoeneß teilt dem Aufsichtsrat mit, dass er sich im November nicht mehr zur Wahl stellen wird. Als sein Nachfolger wird der frühere Adidas-Chef Herbert Hainer nominiert.

15. November 2019: Die Ära von Hoeneß als Manager, Präsident und Aufsichtschef geht bei der Jahreshauptversammlung zu Ende. Der 67-Jährige bleibt aber einfaches Mitglied des Aufsichtsrates. Der FC Bayern hat 750 Millionen Euro Umsatz, über 1000 Mitarbeiter und erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 52,5 Millionen Euro Gewinn.