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Ojokojo Torunarigha, Vater von Jordan, berichtet über Rassismus

Ex-Profi Ojokojo Torunarigha erzählt : „Diskriminierungen lauerten überall“

Ex-Neunkircher Ojokojo Torunarigha berichtet von Rassismus in Chemnitz.

Jordan Torunarighas Vater Ojokojo hat über eigene Erfahrungen mit Rassismus berichtet. „Diskriminierungen lauerten überall. Ich wurde bei einem Stadtfest durch die Stadt gejagt“, sagte der frühere Spieler des Chemnitzer FC der „Bild“. „Die Polizei half mir erst, als sie erkannten, dass ich ein Fußball-Profi war. Ich habe immer versucht, den Rassismus von meinen Kindern fernzuhalten.“

Der gebürtige Nigerianer Torunarigha kam kurz nach der Wende nach Deutschland und spielte unter anderem für den CFC und Borussia Neunkirchen. Sein Sohn Jordan ist seit der Jugend bei Hertha BSC. Im Achtelfinale des DFB-Pokals am Dienstagabend zwischen dem FC Schalke 04 und den Berlinern (3:2 n.V.) war Torunarigha, der in der Verlängerung die Gelb-Rote Karte sah, laut Aussagen der Gäste mehrfach rassistisch beleidigt worden. Der DFB-Kontrollausschuss leitete eine Untersuchung ein.

„Vielleicht muss er seine Emotionen manchmal besser in den Griff bekommen“, sagte Ojokojo Torunarigha über seinen Sohn. „Aber Rassismus tut unglaublich weh. Viele, die sich jetzt darüber erheben und eine schlaue Meinung haben, wissen nicht, wie es sich anfühlt, rassistisch beleidigt zu werden.“

In seiner Kindheit spielte Jordan Torunarigha auch in Chemnitz und berichtete im vergangenen Jahr in der „Berliner Zeitung“ über seine Erfahrungen. „In Chemnitz haben mich einige Eltern meiner Freunde früher nicht akzeptiert“, sagte er im März. „Beim Fußball wurde ich komisch angeschaut. Nicht von den Kindern, die kennen Rassismus nicht, aber von deren Eltern habe ich schon immer wieder eine Abneigung gespürt. Mit acht Jahren bin ich dann nach Berlin gekommen. Hier war alles komplett anders.“

Im Fall Torunarigha ermittelt jetzt auch die Polizei Gelsenkirchen. „Wir haben von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Es gehe um den Anfangsverdacht der Beleidigung, sagte der Polizeisprecher. Was während des Spiels konkret vorgefallen ist, sei Gegenstand der Ermittlungen. Eine Anzeige des Berliner Spielers liege der Polizei nicht vor. In den sozialen Medien haben sich unterdessen viele Profis wie Davie Selke oder die Boateng-Brüder Jérôme und Kevin-Prince mit dem Berliner solidarisiert.