Kevin Großkreutz trifft im Pokal mit KFC Uerdingen auf seine alte Liebe

1. Runde im DFB-Pokal : Großkreutz hat gegen den BVB seinen eigenen Fanblock

Der streitbare Weltmeister von 2014 trifft im DFB-Pokal mit dem KFC Uerdingen auf seine alte Liebe Borussia Dortmund.

Dem Rendezvous mit der alten Liebe fiebert Kevin Großkreutz seit Tagen entgegen. „Ich kann es kaum abwarten. Das ist ein geiles Spiel. Aber für 90 Minuten kenne ich keine Freunde“, sagte der Abwehrspieler des KFC Uerdingen vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund am Freitag (20.45 Uhr/Sky/Sport1) in der Düsseldorfer Arena, wo der Drittligist in dieser Saison seine Heimspiele austrägt.

Auch die erwartete Sperre durch das DFB-Sportgericht nach seinem krass sportwidrigen Verhalten im Drittligaspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach verhindert den Auftritt gegen seinen langjährigen Club nicht. Großkreutz wurde für mindestens vier Meisterschaftsspiele gesperrt – im Pokal bleibt er spielberechtigt. „Das war unüberlegt von mir. Aber jetzt zählt nur das Spiel gegen Dortmund. Wir möchten den BVB ein bisschen ärgern.“ Für Freunde und Familie organisierte Großkreutz 200 Tickets. „Ich habe meinen eigenen Block im Stadion“, sagte er am Mittwoch.

Der 31-Jährige trifft nicht zum ersten Mal auf den BVB. Im Pokalviertelfinale 2016 trat er mit dem VfB Stuttgart gegen seine Ex-Kollegen an und verlor 1:3. Die Krefelder, die erstmals seit fast 18 Jahren wieder in der Pokalhauptrunde stehen, konnten 1985 den Pokal gewinnen. „Aber am Freitag spielen wir gegen eine der besten Mannschaften Europas“, sagte Trainer Heiko Vogel.

Großkreutz ist ein Dortmunder Junge. Er lebt dort, hat dort die Gaststätte „Mit Schmackes“ und ist Co-Trainer bei seinem Heimatverein VfL Kemminghausen, wo er wann immer es geht sonntags in der Landesliga an der Seitenlinie steht. In der Zeit als BVB-Profi hat Großkreutz die besten Momente seiner Karriere erlebt. Zwei Mal deutscher Meister, ein Mal Pokalsieger und 2014 Weltmeister in Brasilien, allerdings ohne Einsatz. Erst als Thomas Tuchel 2015 keine Verwendung mehr für den vielseitig einsetzbaren Spieler fand, begann seine kuriose Reise über Istanbul, Stuttgart, Darmstadt bis nach Krefeld.

Viele Schlagzeilen über Großkreutz sind abseits des Fußballplatzes entstanden. Auseinandersetzungen, Schlägereien, ein Dönerwurf und andere Geschichten führten dazu, dass er jedes Jahr bei einem anderen Club spielte. Seine Eskapaden standen ihm oft im Weg. „Sie können bei meinen Mitspielern, Freunden und allen, die mich wirklich kennen, nachfragen. Sie werden bestätigen, dass ich kein schlechter Mensch bin“, sagte er zuletzt in einem Interview.

Nun also gegen Dortmund. „Nach der Auslosung sind wir durchgedreht. Ich hatte in zwei Minuten 200 WhatsApp-Nachrichten“, sagte der ehemalige Nationalspieler. Seine alten Kameraden wie Marco Reus, mit dem er auch bei Rot Weiss Ahlen gekickt hat, freuen sich auf das Wiedersehen. „Marco ist mein Freund. Wir werden Trikots tauschen“, sagte Großkreutz. Ex-Mitspieler Sebastian Kehl, heute Leiter der Lizenspielerabteilung des BVB, sagte: „Kevin wird das Spiel sicher nutzen, um sich vor den Fans zu beweisen.“

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