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Das Schicksal des FCK hängt an Bauprojekten in der Stadt

Fußball : Schicksal des FCK hängt an Bauprojekten

Der mit dem Rücken zur Wand stehende Drittligist hat seine Zukunft nicht mehr in der eigenen Hand.

Die wirtschaftliche Existenzkrise des 1. FC Kaiserslautern wird zum Politikum. Der Fußball-Drittligist droht zum Spielball für die Politik, Bau- und Finanzspekulanten zu geraten. Während der FCK weiter darum kämpft, die fehlenden finanziellen Mittel für die Lizenz in der kommenden Drittliga-Spielzeit aufzutreiben, tobt im Hintergrund ein Wettstreit um Grundstücke und Bauprojekte in dreistelliger Millionenhöhe.

Sein eigenes Schicksal hat der FCK offenbar aus der Hand gegeben. Die Stadt Kaiserslautern hat ein entscheidendes Wort mitzureden und will eine Insolvenz des Vereins abwenden. Es geht um das Fritz-Walter-Stadion, welches die Stadt schnellstmöglich veräußern möchte. Verbindlichkeiten über 66 Millionen Euro sowie jährliche Zinszahlungen über 2,9 Millionen Euro belasten die GmbH der Stadiongesellschaft, einer Tochter der Stadt.

Da kommen die potenziellen FCK-Investoren ins Spiel. Der Luxemburger Bauinvestor Flavio Becca hat schon länger das 15 Hektar große Gelände rund um das Stadion im Blick. Noch mehr interessiert sich Becca für das ehemalige Gelände des Nähmaschinen-Herstellers Pfaff in Kaiserslautern – ein Filetstück in bester Lage neben der Universität. Becca verhandelte bereits mit dem Lauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) über den Verkauf dieser Grundstücke. Über den Stadionverkauf darf die Stadt jedoch aktuell nicht mit Becca verhandeln, da bis August eine Ausschließlichkeitsvereinbarung mit einem Schweizer Unternehmen ausgehandelt worden ist.

Mitten im Kommunalwahlkampf trat nun Michael Littig (CDU), Beiratsmitglied beim FCK und Mitglied des Stadtrates, mit einer regionalen Investorengruppe zur Rettung des FCK auf den Plan. Zu dieser gehört auch Hans Sachs, der mehrere Immobilien- und Entwicklungsprojekte in der Stadt vorantrieb.

Ist der Antrieb der diversen Interessenten die Rettung des FCK – oder das Realisieren weiterer Bauprojekte? Der Eindruck, dass es in den Verhandlungen längst nicht mehr nur um den Fußballclub mit vier deutschen Meistertiteln, sondern um ein Projekt in ganz anderen Dimensionen geht, drängt sich jedenfalls in den Vordergrund.

Doch aktuell geht es nicht ohne den FCK. Erst eine mögliche Insolvenz würde bedeuten, dass alle zwischen Verein und Stadt geschlossenen Verträge ungültig wären. „Das Ganze ist ein Paket“, erklärte Weichel dem SWR und fasste die Problematik zusammen: „Aber der eigentliche Benefit lässt sich nur aus den Grundstücken ziehen.“