Wenger soll neuer Trainer bei Bayern München werden, 2:1 gegen Piräus

FC Bayern schlägt Piräus mit 2:0 : Bayern sagen Wenger ab

Die Münchner um Dauer-Torschütze Robert Lewandowski stehen nach dem 2:0 gegen Olympiakos Piräus im Achtelfinale der Champions League. Der langjährige Arsenal-Trainer wird nicht beim Rekordmeister einspringen.

Giftpfeile in Richtung des „ewigen“ Rivalen Dortmund? Nicht von diesem FC Bayern! Zu Kampfansagen gab das glanzlose 2:0 (0:0) in der Champions League gegen Olympiakos Piräus beim Debüt von Interimstrainer Hansi Flick keinen Anlass. „Wir spielen zu Hause und wollen natürlich gewinnen“, sagte „Nothelfer“ Flick mit Blick auf den Bundesliga-Klassiker an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky).

In der Trainerfrage zeichnet sich nach dem überraschenden Korb des deutschen Rekordmeisters für den bis Donnerstagabend hoch gehandelten Franzosen Arsène Wenger weiter keine schnelle Lösung ab. Und die Mannschaft sucht vor dem Kracher gegen den BVB spürbar nach ihrem Selbstverständnis. Weitgehend ideenlos war der Auftritt gegen schwache Griechen, der immerhin mit dem vorzeitigen Achtelfinal-Einzug belohnt wurde.

Die Suche nach einem neuen Trainer könnte sich beim FC Bayern indes noch ein wenig in die Länge ziehen. Denn Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge entschieden sich nach Vereinsangaben bereits vor dem Spiel gegen Piräus entgegen anderslautender Spekulationen gegen eine mögliche Verpflichtung des 70-jährigen Elsässers Wenger. „Der FC Bayern schätzt Arsène Wenger für seine Arbeit als Trainer bei Arsenal London sehr, aber er ist keine Option als Trainer beim FC Bayern München“, zitierte die Bild-Zeitung am Donnerstagnachmittag eine später vom Verein bestätigte Bayern-Antwort auf eine entsprechende Nachfrage.

Aufgrund der Absage für den langjährigen Teammanager des Londoner Topclubs FC Arsenal sind die Münchner also weiter auf der Suche nach einem Übergangstrainer bis Sommer. Dann wollen die Bayern offenbar einen jüngeren Coach wie Thomas Tuchel (Paris St. Germain) oder Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) holen, der sie wieder zum berauschenden Stil von Pep Guardiola zurückführen soll. Beide sagten bislang nur, dass sie in dieser Saison nicht zur Verfügung stünden. Salihamidzic wollte die Namen „nicht kommentieren“. Aktuell sei Flick der richtige Mann und werde „bis auf Weiteres“ bleiben.

Gegen Piräus hatte die Trennung von Trainer Niko Kovac noch keinerlei befreienden Effekt. Immerhin gelang es Flick, die Bayern zu stabilisieren. Erstmals nach acht Spielen stand die Null, „für unser Selbstbewusstsein in der Defensivarbeit war das sehr wichtig“, betonte Kapitän Manuel Neuer erleichtert. Die Frage bleibt, ob die neu formierte Abwehr auch die Belastungsprobe gegen die formstarke BVB-Offensive besteht. Oder ob sich die Bayern wie gegen Piräus auf ihre „Lebensversicherung“ Robert Lewandowski verlassen müssen. Der Pole erzielte sein 21. Saisontor im 17. Pflichtspiel (69.), in der Liga und der Königsklasse hat er bislang in jeder Partie getroffen.

Mit einer Schnullergeste und dem Ball unter dem Trikot lüftete Lewandowski beim Torjubel sein Baby-Geheimnis. Ehefrau Anna ist im vierten Monat schwanger, das Paar erwartet nach Töchterchen Klara (2) das zweite Kind. „Das ist das Schönste im Leben“, sagte der 31-Jährige.

Lewandowski leitete mit dem Führungstreffer den Sieg ein, den Ivan Perisic (89.) mit dem 2:0 klarmachte. Und der Pole baute seine imposante Bilanz aus. Die 21 Treffer erzielte er in 16 Partien in Bundesliga (14 Tore), Champions League (6 Tore) und DFB-Pokal (1 Tor). Mit 59 Treffern ist er in der ewigen Königsklassen-Torschützenliste Nummer fünf direkt hinter Real Madrids Karim Benzema (62).

Arsenal-Legende Arsène Wenger wird nicht neuer Trainer des FC Bayern München. Foto: dpa/Mike Egerton

Auf Lewandowskis Tore kann auch Flick nicht verzichten. Daher wird genau überlegt, wann sich der Pole der nötigen Leisten-OP unterzieht. „Ich habe keine Probleme beim Schießen und beim Laufen, deshalb habe ich keinen Druck“, sagte Lewandowski, der sich nach dem BVB-Knaller abschließenden ärztlichen Rat holen will. Trifft der Pole auch gegen den BVB, ist er der erste Bundesliga-Profi, der in elf aufeinanderfolgenden Begegnungen ein Tor schießt.

Mehr von Saarbrücker Zeitung