Paris St. Germain: Neymar und Edinson Cavani fehlen gegen Manchester United

Verletzungspech bei PSG : Tuchel bleibt nur Galgenhumor

Vor dem Achtelfinal-Hinspiel bei Manchester United wird Paris St. Germain von Verletzungsproblemen geplagt. Neben Neymar muss Trainer Thomas Tuchel auf Edinson Cavani und Thomas Meunier verzichten.

Zunächst flüchtete sich Thomas Tuchel noch in Galgenhumor. "Dann müssen wir eben auf Plan D zurückgreifen", scherzte der Trainer von Paris St. Germain, nachdem er die Krankmeldungen von zwei weiteren Stars erhalten hatte. Doch dann verfinsterte sich die Miene des 45-Jährigen. "Ich bin besorgt, weil Schlüsselspieler fehlen", sagte Tuchel: "Für die großen Spiele in der Champions League ist es absolut notwendig, auf solche Spieler mit viel Erfahrung zurückgreifen zu können."

Und auf drei dieser Leistungsträger muss der deutsche Coach des französischen Serienmeisters im Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag beim englischen Rekordchampion Manchester United (21.00 Uhr/Sky) verzichten. Neben dem seit drei Wochen verletzten Superstar Neymar (Mittelfußverletzung) müssen auch Torjäger Edinson Cavani (Hüftverletzung) und der belgische WM-Dritte Thomas Meunier (Gehirnerschütterung) zuschauen.

Die Ausfälle verändern die Vorzeichen vor der Partie im Old Trafford endgültig. Galt Paris nach der Auslosung im Dezember noch als Favorit, scheint der wiedererstarkte Tabellenvierte der englischen Premier League unter dem neuen Teammanager Ole Gunnar Solskjaer nun mindestens auf Augenhöhe zu sein. Die Mannschaft um den vor den Toren von Paris geborenen Weltmeister Paul Pogba, der nach dem Trainerwechsel regelrecht aufgeblüht ist, kann beim Rückspiel am 6. März durchaus ins Viertelfinale einziehen.

Vor allem, weil Neymar und wohl auch Cavani in drei Wochen immer noch fehlen werden. Dazu kommt, dass der Italiener Marco Verratti nach seiner gerade erst auskurierten Knöchelverletzung kaum über Spielpraxis verfügt. Dennoch baut Tuchel auf seinen Mittelfeld-Organisator, der neben dem argentinischen Neuzugang Leandro Paredes (für 47 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg) auflaufen soll. "Verratti kann spielen - und er wird spielen", sagte der Coach.

Der Ausfall Cavanis könnte immerhin zur Chance für Julian Draxler werden. Der Weltmeister von 2014 wird wahrscheinlich neben Jungstar Kylian Mbappe im Angriff auflaufen. Draxlers Landsmann Thilo Kehrer ist in der Abwehr gesetzt.

In der französischen Hauptstadt werden aufgrund der Ausfälle unschöne Erinnerungen an die vergangenen Jahre wach. Vom "Fluch der K.o.-Runde" ist bereits die Rede. In den Jahren 2014 und 2015 fehlte Zlatan Ibrahimovic in der entscheidenden Phase. 2016 war es Verratti, im vergangenen Jahr Neymar.

Immer kam das vorzeitige Aus für den mit Katar-Millionen alimentierten Klub, die Träume des mittlerweile im Uefa-Exekutivkomitee sitzenden Klubchefs Nasser al-Khelaifi vom Königsklassen-Triumph platzten. Im vergangenen Jahr kostete das Scheitern gegen Real Madrid im Achtelfinale Trainer Unai Emery den Job.

Seinem Nachfolger Tuchel dürfte im Fall der Fälle in seiner Premierensaison bei PSG ein ähnliches Schicksal erspart bleiben. Schließlich ist der Deutsche bei seinen Stars wie bei den Medien beliebt - auch weil er sehr gut Französisch spricht. In der Presse wird er als kompetent, freundlich und sogar charmant beschrieben.

Dass Tuchel bei Borussia Dortmund aufgrund von Defiziten im zwischenmenschlichen Bereich gehen musste, stößt in Frankreich auf Unverständnis - trotz seines offenbar zerrütteten Verhältnisses mit Sportdirektor Antero Henrique. Im Gegensatz zu seiner Zeit beim BVB muss wohl der Sportchef am Saisonende gehen.

(ako/sid)
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