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Erling Haaland schießt Borussia Dortmund mit Doppelpack zum Sieg über Paris

Erling Haaland : Die „Naturgewalt“ schlägt wieder zu

19-jähriger Norweger Haaland schießt Borussia Dortmund mit Doppelpack zum Sieg gegen Paris St. Germain.

Der „Zerstörer der Weltstars“ begeisterte sogar die Verlierer. „Er ist ein Tier“, sagte Thomas Tuchel über die eiskalte Tormaschine Erling Haaland und schob voller Anerkennung hinterher: „Er hat diese körperliche Präsenz, eine unheimliche Energie und die Geschwindigkeit.“ Diese Mischung war für Tuchels Superstars von Paris St. Germain bei der 1:2 (0:0)-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel der Fußball-Champions-League bei Borussia Dortmund schwer verträglich.

Nach Haalands Doppelpack (69. und 78. Minute) und dem neuen Königsklassen-Rekord (zehn Tore in den ersten sieben Spielen) überließen ihm seine Mitspieler am Dienstag die große Bühne vor der bebenden Südtribüne für einige Momente alleine. Mit ausgebreiteten Armen ließ sich das 19 Jahre alte Sturmjuwel feiern. „Das war verdammt cool“, sagte Haaland über „den besten Abend meiner Karriere. Dafür lebt man.“

Im Anschluss wurde der „Wunderstürmer“ mit Lobeshymnen überhäuft. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke lobte Haalands „Naturgewalt“ und „unglaublichen Willen“, Trainer Lucien Favre die „fantastische Mentalität“. In der Heimat wurde der „Ochse aus Jären“ (Region in Südnorwegen) ebenfalls gefeiert. „Dieses Märchen nimmt kein Ende“ und „Er zerstört die Weltstars“ lauteten die Kommentare. „So ist das mit der järischen Kraft. Damit kommst du weit“, sagte Haaland und grinste bis über beide Ohren.

Lachen konnten die Dortmunder aber nicht nur wegen ihres Winter-Neuzugangs, der mit seinen Toren zehn und elf im siebten Spiel für den BVB sogar Weltmeister „Kylian Mbappé in den Schatten stellte“, wie Ouest France titelte. Durch den Sieg, der durch das Gegentor von Neymar (76.) aber etwas getrübt wurde, hat der deutsche Vizemeister alle Chancen, am 11. März im Prinzenpark ins Viertelfinale der Königsklasse einzuziehen. Nach dem Hinspiel liegt für Watzke „der Druck jetzt maximal auf Paris“. Drei Mal in Serie ist der französische Meister im Achtelfinale gescheitert. „Für sie bricht die Welt zusammen, wenn sie ausscheiden, ich glaube, wir sind psychologisch im Vorteil“, sagte Watzke.

Neben Haaland hat daran auch der zweite Winter-Zugang Emre Can großen Anteil. Der Nationalspieler riss seine Kollegen mit und war gemeinsam mit Axel Witsel im defensiven Mittelfeld der große Stabilisator. „Emre und Axel haben gearbeitet wie die Tiere“, lobte Abwehrchef Mats Hummels. Die Kompaktheit in der Defensive war gegen PSG der Schlüssel zum Erfolg. „Es steht und fällt damit, wie wir als Mannschaft verteidigen. Dann kommt man nicht in so viele bedrohliche Situationen“, sagte Hummels.

Bei aller Begeisterung: Die Kluft zwischen Heim- und Auswärtsauftritten ist beim BVB in dieser Spielzeit enorm. Darauf setzt auch Tuchel, der bei einem Scheitern gegen seinen Ex-Club massiv unter Druck geraten würde. Tuchel beklagte die „körperliche Verfassung“ nach vielen Spielen im Januar und Februar sowie den „fehlenden Rhythmus“ einiger zuletzt verletzter Stammkräfte. „Neymar hat 16 Tage kein Spiel gemacht. Für ihn ist es unheimlich wichtig, im Rhythmus zu bleiben“, analysierte Tuchel.

Neymar beschwerte sich indes über mangelnde Spielpraxis und kritisierte Tuchel. „Mir hat es nicht gefallen, was sie mir angewiesen haben. Aber der Club hat das Sagen. Ich muss die Entscheidung respektieren. Leider“, klagte Neymar im brasilianischen Fernsehen. Der 28-Jährige musste zuletzt nach einer Rippenverletzung pausieren, wäre gerne früher auf den Rasen zurückgekehrt.