Bayern-Präsident Uli Hoeneß schießt scharf gegen Neuer-Rivale ter Stegen

Bayern-Präsident Uli Hoeneß : Polterabend nach dem Auftaktsieg

Bayern-Präsident Hoeneß schießt scharf gegen Neuer-Rivale ter Stegen.

Uli Hoeneß trat noch mal als polternder Wut-Bayer auf. Der in zwei Monaten scheidende Präsident verspürte nach dem positiven Start des FC Bayern in die Champions League erheblichen Redebedarf – aber kaum zum Spiel. Heraus kam nach einem 3:0 (1:0) gegen Roter Stern Belgrad am Mittwoch ein Rundumschlag zum Torwart-Disput in der deutschen Nationalmannschaft. Beim Plädoyer für Manuel Neuer wütete Hoeneß gegen dessen Rivalen Marc-André ter Stegen, den DFB und auch Joachim Löw, freilich ohne den Namen des Bundestrainers während seines Münchner Polterabends zu nennen.

„Wir werden den Leuten ein bisschen Feuer geben“, lautete sein Schlusssatz. Es wirkte wie eine verabredete Aktion der Bayern-Bosse, denn schon vorm Anpfiff hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge das Thema Neuer/ter Stegen befeuert, als er „Klartext“ seitens des DFB und „Dankbarkeit“ gegenüber Neuer einforderte. Hoeneß verschärfte später die Tonlage, griff Barcelona-Keeper ter Stegen an, dessen öffentliche Klage über die erneute Reservistenrolle bei den ersten Länderspielen der EM-Saison gegen die Niederlande und Nordirland einen Disput auch mit Kapitän Neuer ausgelöst hatte.

„Er hat überhaupt keinen Anspruch, da zu spielen“, stänkerte Hoeneß gegen ter Stegen. Neuer habe nach der langen Fußverletzung seine „alte Form“ wiedergefunden. Daher könne es doch „gar keine Diskussion geben, dass nur er die Nummer eins sein kann“, behauptete Hoeneß. Dann kam der Verband – und damit auch Löw – dran. „Ich hätte mir vom DFB mehr Unterstützung erwartet“, beschwerte sich Hoeneß und erinnerte an die Ausmusterung der Ex-Weltmeister Mats Hummels, Thomas Müller und Jérôme Boateng im Frühjahr durch Löw. „Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler hier beschädigt werden ohne Grund“, polterte Hoeneß.

Manuel Neuer, der beim Pflichtsieg gegen Belgrad durch Tore von Coman, Lewandowski und Müller – anders als ter Stegen tags zuvor beim 0:0 des FC Barcelona bei Borussia Dortmund – einen weitgehend arbeitslosen Dienst im Bayern-Tor verrichtet hatte, hielt seinen nächsten Beitrag zur Torwart-Debatte möglichst kurz. „Unterstützer zu haben, ist natürlich immer gut“, sagte er zur Rückendeckung der Münchner Bosse, „ich will hier nicht großartig darüber reden, was wer wie gut kann. „Ich will einfach meinen Job erledigen.“

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