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Thomas Müller ist beim Fußball-Bundesligisten FC Bayern wieder gesetzt

Fußball Bundesliga : Müller ist wieder wichtig in München

Trainerwechsel beim FC Bayern ist für 30-Jährigen ein Glücksfall. In einer Wertung ist er sogar der Liga-Beste.

Was mag wohl Niko Kovac denken, wenn Thomas Müller beim FC Bayern ein spielentscheidender Faktor ist wie beim gelungenen Münchner Rückrundenstart in Berlin? Fakt ist jedenfalls: Der 30 Jahre alte Vize-Kapitän ist einer der Profiteure des Trainerwechsels beim deutschen Fußball-Rekordmeister. Denn unter Kovac-Nachfolger Hansi Flick ist Müller wieder richtig wichtig in München.

Beim 4:0 gegen Hertha BSC am vergangenen Sonntag war der Ex-Nationalspieler als Schütze des ersten und Vorbereiter des letzten Treffers maßgeblich am deutlichen Bayern-Signal im Bundesliga-Titelkampf beteiligt. Und in Richtung Spitzenreiter RB Leipzig sagte Müller dann auch: „Wir sind weiter eine sehr wettkampfbezogene Mannschaft, die in der Lage ist zu liefern, wenn sie muss.“ Ein Satz, der so auch auf Müller zutrifft.

Nach seinem Premierentreffer im Jahr 2020 ist Müller der erste Spieler, der seit 2009 in jedem Kalenderjahr getroffen hat. Die präzise Flanke auf den Kopf von Ivan Perisic, die der Kroate zum Endstand verwertete, war zudem bereits Müllers zwölfter Assist in dieser Saison. Das ist (seit Einführung der detaillierten Daten­erfassung 2004) zu diesem Zeitpunkt der Saison ein Rekordwert in der Bundesliga.

„Es war ein sehr schöner Tag für mich und die Mannschaft“, resümierte Müller. Im Herbst schienen die schönen Zeiten für ihn beim FC Bayern dagegen passé. Kovac degradierte ihn zum Bankdrücker, der nur noch gebraucht werde, wenn „Not am Mann“ sei. Diese Aussage flog ihm um die Ohren und löste sogar Spekulationen über das Unvorstellbare aus, einen Abschied Müllers vom FC Bayern. „Wenn das Trainerteam mich in Zukunft nur noch in der Rolle des Ersatzspielers sieht, muss ich mir meine Gedanken machen“, sagte Müller damals.

Kurz darauf war Kovac weg – und aus besagtem Trainerteam rückte Flick auf den Chefposten vor. Der 54-Jährige handelte prompt und erhob Müller wieder in den Rang eines Anführers. „Ich kenne Thomas lange. Er ist für den Verein wichtig, er hat alles gewonnen. Er ist auf dem Platz einer, der sehr intelligent ist, eine Mannschaft mitreißt und führen kann“, sagte Flick vor seinem Einstand beim 2:0 in der Champions League gegen Olympiakos Piräus.

Der Paradebayer dankt für Flicks Vertrauen mit Leistung. Auf famose elf Torbeteiligungen (drei Tore, acht Assists) kommt Müller in den vergangenen acht Ligaeinsätzen. Er sei gestärkt ins neue Jahr gegangen, berichtete der Oberbayer im Trainingslager in Katar. „Das war eine Prüfung“, sagte er zur schwierigen Periode unter Kovac: „Und ich habe vom Gefühl her diese Prüfung gut bestanden. Deswegen gehe ich mit ziemlich viel Selbstvertrauen aus der Situation heraus.“ 2019 war mit der Ausmusterung von Bundestrainer Jogi Löw nach 100 Länderspielen durchwachsen für Müller. Jetzt will er wieder durchstarten.

Der FC Bayern soll nach übereinstimmenden Medienberichten vor einer Verpflichtung von Rechtsverteidiger Alvaro Odriozola von Real Madrid stehen. Real-Trainer Zinedine Zidane bestätigte am Dienstag, dass der spanische Nationalspieler die Möglichkeit habe, den Verein zu wechseln. Im Training fehlte der 24-Jährige bereits.