Tabellenführer Borussia Mönchengladbach und Patrick Herrmann begeistern

Saarländer Herrmann trifft doppelt : Die Fans träumen schon vom Meistertitel

Tabellenführer Borussia Mönchengladbach spielt in der Bundesliga eine bärenstarke Vorrunde. Daran hat auch ein Saarländer Anteil.

 Die Fans standen auf den Sitzen, Marcus Thuram lief mit der Eckfahne über den Platz, befestigte daran ein Trikot vom Mann des Tages Patrick Herrmann und wedelte damit. Und der junge Familienvater Herrmann selbst konnte sein Glück kaum fassen. „Das kenne ich gar nicht, dass wir immer noch die Tabelle anführen“, meinte der Doppel-Torschütze aus Uchtelfangen nach dem 3:1 (2:0) am Sonntag gegen Werder Bremen.

Am Donnerstag beim 2:1 in der Europa League gegen den AS Rom musste der saarländische Flügelspieler von Borussia Mönchengladbach noch zuschauen, weil die Geburt seines ersten Kindes unmittelbar bevorstand, am Sonntag führte er sein Team dann zum Sieg. „Mehr ging diese Woche wirklich nicht. Es hat alles geklappt“, sagte Herrmann.

Auf dem Weg zur ersten Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga seit 1976 sind die Fohlen derzeit kaum zu stoppen. Mit sieben Siegen aus den letzten acht Spielen haben sich die Gladbacher sechs Spieltage vor Ende der Hinrunde einen Vier-Punkte-Vorsprung erarbeitet. 25 Punkte nach elf Spielen verbuchte die Borussia letztmals vor 32 Jahren, fünf Spieltage in Folge auf Rang eins stand der Club seit der Meistersaison 1976/1977 nicht mehr. Und die Fans stimmten nach dem Sieg erneut Meistergesänge an.

Die Gladbacher zeigten vor 54 022 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park eine erneut großartige Leistung gegen einen sehr starken Gegner, der nie aufsteckte, aber durch einen schnellen Doppelpack von Ramy Bensebaini und Herrmann (20./22.) schnell zurücklag. Später parierte Torwart Yann Sommer sogar noch einen Strafstoß von Davy Klaassen (53.). Gladbachs Torhüter, ebenfalls frisch gebackener Vater und sonst nicht als Elfmeter-Killer bekannt, hatte einen großartigen Tag und parierte alles, bis auf den Anschlusstreffer von Leonardo Bittencourt in der Nachspielzeit. Kurz danach sorgte Herrmann mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung.

„Es läuft rund, aber das ist alles hart erarbeitet“, sagte Sportdirektor Max Eberl. Begeistert ist der 46-Jährige von der Art und Weise wie die Mannschaft auftritt. „Sie hat die letzten sieben Spiele auch bei den beiden Niederlagen gegen Dortmund sehr stabil gewirkt, sich immer aufgelehnt, nie aufgesteckt, das ist ein Faustpfand“, ergänzte Eberl. Da konnte auch der Platzverweis für Bensebaini in der Schlussphase nichts an der guten Laune ändern.

Es war riskant von Eberl, sich vorzeitig von Trainer Dieter Hecking zu trennen und einen Coach mit einer anderen Spielidee zu verpflichten. Marco Rose hat einen großen Anteil daran, vor allem auch mit der Art und Weise wie er die Mannschaft dafür begeistert. Aber er profitiert natürlich auch von den perfekten Transfers: Marcus Thuram, Stefan Lainer und Breel Embolo haben voll eingeschlagen. Spieler wie Herrmann, Denis Zakaria und Laszlo Benes profitieren von dem neuen Stil. „Wir haben verinnerlicht, was der Trainer von uns will, deswegen klappt es momentan so gut“, sagte Doppel-Torschütze Herrmann.

Rose selbst blieb nüchtern: „Wir freuen uns und genießen das. Aber wir lassen uns nichts reinsingen. Die Fans dürfen träumen, und die nächsten 14 Tage bleiben wir auch Tabellenführer. Aber ich weiß, dass auch andere Zeiten kommen werden.“

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