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Kommentar: So war der Neustart der Bundesliga mit Geisterspielen

So war der Neustart der Bundesliga : Eine gelungene Premiere trotz der Umstände

Geisterspiele im Fernsehen schauen ist ein bisschen wie alkoholfreies Bier trinken. Es fühlt sich irgendwie falsch an. Angeheitert wird man auch nicht. Aber wenn es nichts anderes gibt, ist es okay. So witzelten nach dem ersten Spieltag der 1. und 2. Bundesliga inmitten der Coronavirus-Pandemie viele im Internet.

Wir haben uns das Ganze am Samstag auch mal von 15.30 Uhr bis zum Ende der Sportschau, die sogar einen schönen Beitrag über den 1. FC Saarbrücken bot, angesehen. Das Fazit lautet: Es war nicht so schlimm wie befürchtet. Wobei es ja immer davon abhängt, mit welchen Erwartungen man an etwas herangeht. Sicher fehlten die Emotionen von den Rängen, es dauerte lange bis zum ersten Tor in der Konferenz, das Spieltempo schien niedriger als sonst. Aber das mag auch täuschen unter diesen Voraussetzungen, Denn auf den Plätzen wurde in Anbetracht der Umstände sehr anständiger Sport geboten. Anständig auch in dem Sinne, dass sich Spieler nicht mehr nach jedem Foul ewig herumwälzen und provozieren. Ohne Fans scheint es fairer zuzugehen.

Schön fanden wir die Teams, die coronagerecht mit Abklatschen per Ellenbogen jubelten. Gut, die Hertha tanzte auch hier mal wieder aus der Reihe. Zu sehen waren leider auch zwei spuckende Spieler. Aber insgesamt boten die von wohl Milliarden gesehenen Spiele keinen befürchteten schweren Patzer eines Spielers gegen die Hygieneregeln, Fan-Ansammlungen gab es ebenfalls nicht. Und da Sky auch am nächsten Samstag die Konferenz unverschlüsselt überträgt, werden wir uns dann wohl wieder eine Art Clausthaler für Fußball-Süchtige einschenken.