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Kaum Hoffnung auf Klassenerhalt beim 1. FC Nürnberg nach 0:2 in Wolfsburg

Fußball-Bundesliga : Der „Club“ besiegt sich wieder selbst

Wenig Hoffnung beim 1. FC Nürnberg nach dem 0:2 beim VfL Wolfsburg.

Hanno Behrens sagte, was man sagen muss, wenn man im Abstiegskampf fünf Punkte Rückstand und nur noch zwei Spiele hat. „Wir werden daran glauben und weiter Gas geben. Im Fußball hat es schon alles gegeben“, meinte der Kapitän des 1. FC Nürnberg.

Die gute Nachricht für den Tabellenvorletzten war: Dank der Stuttgarter Niederlage bei Hertha BSC Berlin ist der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga auch nach dem drittletzten Spieltag noch nicht perfekt. Die schlechte Nachricht: Durch das eigene 0:2 (0:1) beim VfL Wolfsburg ist die Hoffnung ein Stück geringer geworden. Denn sollte der VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz nur eine seiner beiden letzten Partien gegen Wolfsburg und Schalke gewinnen, kann der FCN gegen Borussia Mönchengladbach und den SC Freiburg spielen, wie er will. Dann hätte er in seiner bewegten Geschichte genauso viele Bundesliga-Abstiege wie deutsche Meisterschaften erlebt: jeweils neun an der Zahl.

Zu den Dingen, „die es im Fußball alle schon gegeben hat“, die aber trotzdem nur äußerst selten passieren, gehören mittlerweile auch die eigenen Spiele. Denn die Mannschaft von Boris Schommers hat in den vergangenen Wochen das Talent entwickelt, sich wirklich gute Auftritte durch teilweise groteske Aussetzer selbst zu zerstören. Beim 1:1 gegen Bayern München verschoss der Tabellen-17. kurz vor Schluss einen Elfmeter. Beim 1:1 gegen Schalke 04 vergab er Chancen, die für drei Siege gereicht hätten. Und am Samstag in Wolfsburg passierte dann dies: Der Nürnberger Sebastian Kerk wollte den Ball zu Torwart Christian Mathenia zurückspielen, übersah dabei aber, dass sich Admir Mehmedi ebenfalls im Strafraum befand. Der Wolfsburger Stürmer erreichte den Ball eher als der Nürnberger Schlussmann und leitete ihn beherzt an den Torschützen Felix Klaus weiter. Der hatte danach nur noch ein leeres Tor vor sich (38. Minute). Marcel Tisserand erhöhte später noch auf 2:0 (78.).

„Ich glaube, wir haben uns heute selbst geschlagen“, sagte Schommers nach dem Spiel. Dieser verunglückte Rückpass, „darf uns nicht passieren. Das macht aber keiner absichtlich.“ Dass sich die Mannschaft aber trotzdem von Woche zu Woche neu aufrappelt, spricht für sie. „Es ist eine Charakterfrage, dass dieses Team immer noch an sich glaubt“, sagte Schommers. Auch Torwart Christian Mathenia meinte: „Ich finde, wir machen das echt gut. Wir treten mutig auf, wir belohnen uns nur nicht.“ Und so wird es wohl eine Etage nach unten gehen.