Im Streit um Polizeikosten: DFL zahlt Bremer Gebührenbescheide

Es geht um 1,17 Millionen Euro : DFL zahlt Bremer Gebührenbescheide

Der Rubel rollt in Richtung Bremen. Ein halbes Jahr nach dem Polizeikosten-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts beißt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) in den sauren Apfel und wird die Gebührenbescheide des Landes für vier Partien des Bundesligisten SV Werder in Höhe von 1,17 Millionen Euro begleichen.

Die DFL kündigte am Dienstag die fristgerechte Bezahlung bis Ende September an.

Um Nachahmer abzuschrecken, erkennt die DFL trotz der Zahlung die Rechtmäßigkeit der Bescheide explizit nicht an. "Vielmehr hat die DFL GmbH gegen alle Gebührenbescheide Widerspruch erhoben", ließ die DFL wissen. Die Hälfte der Gesamtsumme wird Werder in Rechnung gestellt. Wer die anderen 584 000 Euro bezahlen soll, ist noch ungeklärt. "Ob der DFL e.V. diesen Betrag ebenfalls ganz oder teilweise dem SV Werder Bremen in Rechnung stellt, ihn auf alle Klubs umlegt oder einen anderen Umgang wählt, wird das DFL-Präsidium zu gegebener Zeit entscheiden", erklärte der Ligaverband.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Ende März festgestellt, dass die Beteiligung des Profi-Fußballs an Polizeikosten grundsätzlich rechtmäßig sei. Das Verfahren, bei dem es vor allem um die Zusatzkosten bei sogenannten Risikospielen geht, ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Die DFL behält sich nach wie vor den Gang vor das Bundesverfassungsgericht vor.

Auch unter dem neuen rot-grün-roten Senat strebt das pro Kopf am höchsten verschuldete Bundesland eine Übernahme der Polizeikosten bei Risikospielen durch den Profifußball an. "Unser Weg ist vernünftig und im Sinne der Steuerzahler", sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) Ende August.

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