Gladbachs Marco Rose bezwingt seinen besten Freund, Mainz' Sandro Schwarz

Marco Rose gegen Sandro Schwarz : Gute Freunde kann niemand trennen

Gladbachs Trainer Marco Rose bezwingt bei seiner Rückkehr nach Mainz seinen besten Freund Sandro Schwarz.

Auch am Abend war das Trainer-Duell der Freunde noch immer präsent. Beim gemeinsamen Dinner plauschten der siegreiche Marco Rose und sein unterlegener Kumpel Sandro Schwarz über ihren besonderen Tag – ohne Herzschmerz. „Sandro braucht kein Mitleid“, sagte Rose, der seinem früheren Weggefährten die Niederlage aber auch nicht unter die Nase reiben wollte: „Nur im Urlaub krame ich das vielleicht noch mal heraus.“

Die Partie zwischen dem FSV Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach war mehr als ein normales Punktspiel in der Fußball-Bundesliga. Es war das Aufeinandertreffen der einstigen WG-Freunde, die ihre Ferien noch immer zusammen verbringen und jeweils Paten für das Kind des anderen sind. Und es war die erfolgreiche Rückkehr des langjährigen Mainzers Rose, der die prekäre Lage von Schwarz durch das 3:1 (1:1) mit seiner Borussia verschärfte. „Der Sieg muss Rosi aber nicht wehtun“, versicherte Schwarz, der von seinem Trauzeugen Rose in Mut zugesprochen bekam. „Die Mannschaften sind sich auf Augenhöhe begegnet, zudem gibt es ja noch ein Rückspiel“, sagte Rose.

Ob dann, am 25. Januar 2020, erneut Schwarz auf der anderen Seite stehen wird, ist alles andere als sicher. Noch nie waren die Mainzer mit zwei Niederlagen und 1:6 Toren in eine Bundesliga-Saison gestartet, im DFB-Pokal hatte sich Drittligist 1. FC Kaiserslautern als unüberwindbare Hürde entpuppt. Dass ausgerechnet im nächsten Spiel beim Rekordmeister Bayern München der Knoten platzen wird, darf bezweifelt werden.

Zu harmlos agierten die Rheinhessen ohne ihre langzeitverletzten Angreifer Jean-Philippe Mateta sowie Dong-Won Ji. Zu eklatant waren die Fehler, die effektive Gladbacher laut FSV-Sportvorstand Rouven Schröder „eiskalt ausnutzten“. Beide Teams neutralisierten sich in einer intensiven Partie tatsächlich weitestgehend. Das lag womöglich auch daran, dass sich beide Trainer in- und auswendig kennen und eine ähnliche Philosophie verfolgen.

„Wir sind mit der Situation professionell umgegangen“, sagte Rose, der dem geknickten Schwarz für das gemeinsame Abendessen Ablenkung versprach: „Wir haben ja auch genügend andere Themen, über die wir uns noch unterhalten können.“ Wahrscheinlich konnte Schwarz die bittere Niederlage auch deshalb etwas besser verschmerzen als andere. „Unserer Freundschaft“, äußerte der 40-Jährige, „wird dieses Spiel nichts antun.“

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