Borussia Dortmund siegt mit zehn Mann bei Hertha BSC mit 2:1

Dortmund siegt bei Hertha BSC : Diskussion um Favre vorerst beendet

Borussia Dortmund siegt mit zehn Mann bei Klinsmann-Club Hertha BSC mit 2:1.

Lucien Favre empfand die Debatte um seinen Job als „ganz egal“, BVB-Sportdirektor Michael Zorc wischte nach dem 2:1 bei Hertha BSC die Frage nach dem Ende der Trainerdiskussion mit einer schwungvollen Armbewegung beiseite. „Das ist weg“, sagt Zorc lachend und erleichtert in den Katakomben des Olympiastadions. Nach zuvor drei Pflichtspielen ohne Sieg hielt Borussia Dortmund am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga den Anschluss an die Spitzengruppe und verkürzte den Abstand auf den FC Bayern auf einen Zähler. „Wir haben gelitten. Wir haben intelligent gekämpft und verteidigt. Die Spieler sind enorm viel gelaufen“, nannte der 62 Jahre alte Favre die Schlüssel zum Erfolg in Berlin, mit dem der BVB dem prominenten Trainer-Neuzugang Jürgen Klinsmann den Einstand mächtig verdarb.

Nationalspieler Julian Brandt sieht nun nicht Favre raus aus dem Negativ-Fokus. „Es geht ja nicht nur um den Trainer, sondern um die allgemeine Situation im ganzen Verein“, sagte der 23-Jährige. Brandt trug mit einem starken Spiel hinter den Spitzen dazu bei, dass sich die Borussia endlich „als Mannschaft präsentiert hat“, wie Zorc hervorhob: „Für mich war das die wichtigste Erkenntnis.“ Brandt bereitete mit einem Superpass das 1:0 durch Jadon Sancho (15. Minute) vor. Thorgan Hazard erhöhte schnell auf 2:0 (17.).

Dass es trotz der komfortablen Führung kein gemütlicher Fußballnachmittag wurde, schärft beim BVB-Personal weiter die Sinne. Dabei hätte schon vor dem Anschlusstor durch Vladimir Darida (34.) und dem Platzverweis für Mats Hummels alles klar sein können für Dortmund. „Aber es passt natürlich zu unserer Situation, dass uns momentan nichts geschenkt wird und wir uns alles hart erarbeiten müssen“, sagte Brandt. Hummels ballte nach dem Abpfiff energisch die Fäuste – seine beiden Foulspiele gegen Davie Selke hätten noch ganz andere Konsequenzen als Gelb-Rot (45.) haben können. So etwas könne jedem passieren, sagte zwar Favre, fügte aber zu Hummels auch an: „Er muss antizipieren vor der ersten Gelben Karte.“ Letztendlich sei es jetzt „wichtig für die Köpfe, auch mit einem Mann weniger so ein Ergebnis zu halten“, betonte Brandt.

Für Jürgen Klinsmann war sein erstes Spiel als Cheftrainer von Hertha BSC von einer Katastrophe weit entfernt. „Ich bin generell zufrieden mit der Umsetzung der Punkte, die wir uns vorgenommen haben“, sagte er. Allerdings weiß Klinsmann auch: „Auf uns kommen sehr arbeitsreiche Wochen zu. Wir wollen bis Weihnachten noch so viele Punkte wie möglich holen.“ Hertha steht mit weiter nur elf Punkten nun auf dem Abstiegs-Relegationsplatz.

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