Borussia Dortmund gewinnt Supercup nach einem 2:0 über Bayern München

Dortmund gewinnt den Supercup : „Das können wir die ganze Saison mitnehmen"

Vizemeister Borussia Dortmund gewinnt den Supercup der DFL nach einem 2:0 über Titelverteidiger FC Bayern München.

Als die Supercup-Trophäe vor der Südkurve auf dem Elfmeterpunkt thronte, war das Balsam für die geschundene Dortmunder Fußball-Seele. Die glücklichen Spieler und feiernden Fans genossen den Anblick nach dem verdienten 2:0 (0:0)-Prestigeerfolg gegen den großen Rivalen Bayern München sichtlich. Der erste Titel der Saison dient als Mutmacher beim angekündigten Angriff auf Abonnement-Meister München und tröstete 77 Tage nach der knapp verpassten Meisterschaft ein wenig über die Enttäuschung hinweg.

„Wir ziehen aus diesem Spiel sehr viel Selbstvertrauen. Das können wir die ganze Saison mitnehmen“, sagte Führungsspieler Axel Witsel nach dem sechsten BVB-Triumph bei der Saison-Ouvertüre. Kapitän Marco Reus reckte nach den Toren von Paco Alcácer (48.) und Jadon Sancho (69.) sichtlich stolz den Pokal im gold-silbernen Konfettiregen in den Abendhimmel, die Anhänger sangen dazu den Klassiker: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus.“ Wenn das bis zum Ende der Saison so weitergehe, „unterschreibe ich das“, sagte Reus lächelnd.

Einen Stift kann der Fußballer des Jahres schon einmal zücken. Von seinem gefürchteten schnellen Umschaltspiel der vergangenen Spielzeit hat der taktisch flexibel auftretende Vizemeister nichts verlernt. Neuzugang Nico Schulz war auf der linken Seite eine Bereicherung, und die wirklich prominenten Verstärkungen sahen sich das erste Ausrufezeichen des BVB genüsslich von der Tribüne aus an: Mats Hummels, Julian Brandt und Thorgan Hazard fehlten noch angeschlagen.

Angesichts dieser Konstellation waren die Verantwortlichen voll des Lobes. „Wir haben in der Vorbereitung schon gemerkt, dass einige Dinge ziemlich gut funktionieren“, sagte Sportdirektor Michael Zorc nach dem siebten Sieg im siebten Spiel des Sommers. Lizenzspielerchef Sebastian Kehl nahm diesen „Titel gerne mit, weil er uns Schwung bringt“. Dieser Schwung soll nun ins Pokalspiel beim Drittligisten KFC Uerdingen am Freitag und bis zum Bundesligastart gegen den FC Augsburg (17. August) transportiert werden. Trainer Lucien Favre stehen angesichts der Vielzahl an Topspielern allerdings schwierige Personalentscheidungen bevor, auch wenn der mit über 30 Profis aufgeblähte Kader in den kommenden Wochen noch reduziert werden soll. Zorc will die Kadersituation „weiter optimieren“. Favre werde am Ende ein Aufgebot vorfinden, mit dem er vernünftig arbeiten könne, bei der aber auch die leistungsfördernde Konkurrenzsituation gegeben sei.

Davon ist Supercup-Rekordsieger München (sieben Titel) noch weit entfernt. Robert Lewandowski äußerte seinen Unmut über die dünne Personallage. „Meine Meinung ist wie vor zwei Wochen. Die jungen Spieler haben Potenzial. Aber man braucht Spieler, die kommen und der Mannschaft direkt helfen“, sagte der Torjäger. Auch Joshua Kimmich ließ große Sorge durchblicken, dass dieser Kader den hohen Ansprüchen der Bayern genügt. „Es war ja nicht so, dass Dortmund uns hergespielt hat. Sie haben gewonnen, weil sie weniger schlecht waren. Das war ein Stück weit naiv, fehlende Konzentration – und dann auch fehlende Qualität“, analysierte der Nationalspieler, dessen Frust auch bei einem nur mit Gelb geahndeten Tritt gegen Jadon Sancho erkennbar war.

Paco Alcácer (Mitte) machte dort weiter, wo er letzte Saison aufgehört hatte, und brachte den BVB mit 1:0 in Führung. Foto: AP/Martin Meissner

Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City würde dieses Anforderungsprofil erfüllen. Der Vollzug des Königstransfers lässt aber weiter auf sich warten. Zu Sané sagten die Münchner Verantwortlichen nach der Niederlage nichts. „Dass wir was machen müssen, wissen wir“, teilte Sportdirektor Hasan Salihamidzic lediglich mit.

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